Bus-Tour in Echtzeit verfolgen

Wo übernachten die Reisegäste heute? Steht der Bus lange an der Grenze? Kommt die Gruppe zügig voran? Verfolgen Sie die Route des roten Avanti-Busses in Echtzeit auf der Landkarte! Mit einem Klick auf das Bild kommen Sie direkt zur Live-Ortung. Sie können in der Ansicht zwischen Karte und Satellitenbild wählen. Bitte beachten Sie folgendes: Die Positionsübermittlung kann nur in Ländern gewährleistet werden, in denen die technischen (Mobilfunk, Kartenmaterial etc.) und gesetzlichen Voraussetzungen gegeben sind. Es kann daher in einigen Transitländern vorkommen, dass unser Bus nicht visualisiert werden kann. Schauen Sie am Besten regelmäßig vorbei.
 
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Monatsarchiv für Juni 2008

athen-peking

19. 6. Tabriz - Teheran

Morgens um 8 Uhr Abfahrt ab dem Hotel. Wir tankten weitere 465 Liter Diesel zu iranischen Spritpreisen. Wir können es uns hier erlauben, dem Tankwart mehr Trinkgeld zu geben als der Sprit kostet; wie fern ist doch die Heimat. Die Autobahn von Täbriz nach Teheran ist eine dreispurige Autobahn mit Mautstellen, allerdings mit einem sehr geringen Verkehrsaufkommen und nur gelegentlichen Tankstellen und eigentlich immer sehr gut geteert. Es handelte sich um eine bergige Strecke durch karge Gegenden. Wir machten am späten Mittag einen weiteren Tankstop und waren froh, dass es an der Tankstelle wenigstens alkoholfreie Getränke, Kekse u. ä. und Eis gab. Anschließend fuhren wir weiter nach Teheran in unser neues Hotel, das wir gegen 16.30 Uhr Ortszeit erreichten.

Die Fahrweise in Teheran ist ähnlich der in Täbriz und eigentlich mit den dortigen Regeln gut beschrieben. Wir haben unterwegs eine Fahrschule gesehen und uns gefragt, wie es denn hier, da sich keiner der Verkehrsteilnehmer an auch nur eine Regel (selbst das Rechtsfahrgebot bildet hier KEINE Ausnahme, das wird hier auch nicht immer befolgt) hält, möglich ist, eine Fahrprüfung abzulegen. Ein Gedanke war, dass es eigentlich reichen sollte, das Auto sagen wir 45 Minuten ohne Schrammen durch Täbriz manövriert zu haben.

Bei dem für 19.30 Uhr angesetzten Abendessen kam Frau Fatima Chahin-Dörflinger, die Vorsitzende des Freundeskreis Freiburg-Isfahan,  zu uns und trank einen Tee.

Markus Krammer

von Peter Stephan

Üsüm üretim müdürlügü. Türkischer kann ein Wort wohl kaum klingen. Wenn man es nicht beherrscht, ist es auch nicht weiter schlimm, denn wann gerät man schon mal in die Verlegenheit, den Weg zum Amt für Traubenzüchter zu erkunden ? Nichts anderes will uns dieses eher nutzlose Umlaut-Ungetüm sagen: üsüm üretim müdürlügü.
Seitdem wir vor rund einer Woche den Bosporus überquert und den Fuß auf asiatischen Boden gesetzt haben, wird es spürbar komplizierter im sprachlichen Umgang mit Einheimischen. Mochten sich ergraute Alt-Humanisten in Erinnerung der Verse Homers und der vieldeutigen Orakelsprüche in Delphi im inzwischen längst entrückten Griechenland noch halbwegs heimisch fühlen, liefen uns im Schmelztiegel von Istanbul immer wieder Ex-Opel-Arbeiter aus Rüsselsheim oder Döner-Schaber aus Kreuzberg über den Weg, die uns in leicht dialektgefärbtem deutsch freudig begrüßten. um gemeinsam die Aussichten für ein ersehntes EM-Traum-Finale zwischen der Türkei und Deutschland auszuloten, - verständigen wir uns seit dem anatolischen Hochland und auch jetzt im Iran zunehmend mit der Gebärdensprache.
Dass in der gepflegten Air-Condition-Atmosphäre besternter Hotelhallen ein genügsames Allerwelts-Englisch zu Hause ist, versteht sich dabei von selbst. Aber draußen vor der Tür sieht’s meist schon anders aus. Dass Wissenschaftler die Landessprache Farsi in ihrer (Zitat:) „Klarheit und Übersichtlichkeit“ als höchst einfache Sprache kennzeichnen, ist mir bislang nicht nachvollziehbar. Gut, dass mir das neupersische Wort für „danke“ wenigstens leicht über die Lippen geht. Es heißt wie im französischen „merci“. Und merci braucht man häufiger als „üsüm üretim müdürlügü“.

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18.6. Tabriz, die 2.

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18. 6.: Tabriz

Wir ließen den Tag gemütlich angehen und wanderten vom Hotel die Immam Khomieni (deutsch: Khomeini) Avenue entlang zur Blauen Moschee. Diese wurde im Jahr 1465 (christlich) errichtet und ist ein viereckiges Gebäude ohne Innenhof. Die Moschee wird heute nicht mehr als Moschee genutzt. Die Bezeichnung Blau stammt von den blauen Fliesen innerhalb der Moschee. Es ist die erste Moschee im Iran, die ohne Innen- und ohne Außenhof gebaut wurde.

Nach der Besichtigung der Blauen Moschee gingen wir in das angrenzende aserbaijanische Museum. Dort wurden Keramik-, Gold- und Bronzestücke ab ca. 5.000 vor Chr. ausgestellt. Die Funde machten auch die Bevölkerungswanderungen seit dieser Zeit erkennbar.

Danach sind wir zur Fuß zur Arge-Alishah gewandert, einer alten Zitadelle im gleichen Alter von Taghe-Kasra in Baghdad. Es handelt sich um eine um 1200 nach Chr. durch den König Jahan-Shah errichtete Burg. Seinerzeit hatte es sich um eines der größten Gebäude der Stadt gehandelt. Diese wurde durch ein Erdbeben schwer beschädigt.

Danach sind wir durch den Basar von Täbriz gewandert. Der Basar hat eine Fläche von 1,5 qkm. Er ist der größte Basar in West-Aserbaijan und er war zu den Blütezeiten der Seidenstraße einer der größten Basare auf dieser Route. Er ist unterteilt in einen Schmuckbasar, in einen Schuhbasar, Teppichbasar und in einen allgemeinen Basar (Haushaltswaren, Textilien). Die Haupt-Geschäftszeit ist von 8 bis 14 Uhr.

Danach war der Nachmittag und Abend für die Aktivitäten jedes Einzelnen frei. Viele fuhren zur El-Goli-Parkanlage, einem kleinen künstlichen See mit einer kleinen Insel mit dem Taxi und hatten dabei die ersten unvergesslichen Eindrücke vom Verkehr in Täbriz durch einen lokalen Fahrer.
 

Markus Krammer

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Zwischenhalte für „nur“ 3 Stunden an der Grenze und, für „zugelassene 25 Minuten“ in dem Wallfahrtsort der Armenischen Kirche in Qareh Kelisa (der „schwarzen Kirche“) in der sich jährlich im Juli Tausende Gläubige aus der ganzen Welt treffen.

Ein Frühaufstehen und die „zügige“ Abwicklung an der Grenze ermöglichten uns die Wahrnehmung dieses ungeplanten Besuchs-Erlebnisses besonderer Art:
Auf kleinem Sträßchen, fernab allen Durchgangsverkehrs und nach eleganter Umschiffung bizarrster Felsformationen, nah und sicher an manchen Abgründen vorbei, eröffnet sich uns ein in sanften Kulissen geschwungenes Gebirgstal. Schafherden zwischen grauen Dörfern deren Flachdächer sie mit der kargen Landschaft innig vereinen. Integriert in einen Bergsattel erhebt sich danach vor uns die Klosteranlage des heiligen Märtyrers Thaddäus, eines der 12 Jünger Jesu (auch als Judas, Sohn des Jakobus, - nicht der Ischariot - bezeichnet).

Die niedrigen Türme mit spitzen Helmen überragen die hohen Klostermauern. Die ganze Anlage ist großzügig gestaltet. Laufende Renovierungsarbeiten lassen hoffen, dass ein noch stärkerer Verfall zumindest eingedämmt wird und Besuchern weiterhin ermöglicht, sich der Geschichte dieses Apostels anzunähern

Im ganzen Neuen Testament der Bibel erfüllt er nur ein einziges Mal, als Fragesteller zu einem zentralen Thema der Christenheit, seine Rolle:  “Warum willst Du, Herr, Dich nur uns und nicht der ganzen Welt in Deiner Herrlichkeit offenbaren?”

Jesus gab darauf eine mehr als 50 Verse, umfassende Antwort über die Liebe, die als ein Vermächtnis verstanden werden kann. Zentral dabei drei Komplexe.
1) Meine Erlösung, sagt Jesus, mein Friede, den ich bringe, sieht anders aus, als ihr euch das jetzt vorstellt: „…euer Herz erschrecke und fürchte sich nicht…“
2) Im Gleichnis vom Weinstock und seinen Früchten: „…wer in mir bleibet und ich in ihm…“ beschreibt er die Spiritualität der alles umfassenden Liebe - (und dies sogar in Verbindung mit Wein, den wir nun für eine Reihe von Tagen entbehren müssen!).
3) Es ist notwendig, sagt Jesus, dass ich jetzt von euch weggehe, - in den Tod , - damit ihr mein Wort von der Liebe in alle Welt tragt.

Nun, dies hat dann Thaddäus, vertrieben aus Palästina, auch getan, hier im Reich des Königs Abgar von Edessa, den er heilte und überzeugte christlich samt seiner Tochter Sandokh, dem Hofstaat und schließlich auch weitgehend dem Volk. Der Nachfolger des Königs ließ jedoch dann wiederum alle die umbringen, die dem Glauben nicht abschworen, so auch die Königstochter und Thaddäus. Die armenischen Christen sind im Lauf ihrer Geschichte dann des Öfteren entsetzlich verfolgt worden.

An diesem Ort werden nun Thaddäus und Sandokh verehrt. Die armenische Kirche hat lt. einem Staatsvertrag noch heute während der Festtage alleinige Polizeigewalt im Bereich der Klosteranlage, die ansonsten anscheinend nicht kirchlich genutzt wird. Manche von uns haben es bedauert, dass sie keine Kerzen zum Entzünden mitbrachten. Der Kirche ist trotz ihrer verschiedenen Baustadien ein sehr beeindruckendes, geschlossenes, geistliches Bauwerk mit vielen steinernen Reliefs mit Ornamenten, Heiligen-Darstellungen und einem hinreißend schönen Flechtband, das sich außen rund um die ganze Kirche zieht, samt zwei, in Kirchen seit jeher bis heute völlig unüblichen (!) Liebesszenen die unser aller Herzen erfreute!

Ja, die Liebe…

Werner von Wedemeyer

Wir sind im Iran einen Umweg gefahren, um eine christliche Kirche zu besuchen. Bereits auf dem Weg hat uns Herr Hans-Werner von Wedemeyer ausführlichst im Bus über die Kirche referiert.

Es waren interessante Erfahrungen. Auf der einen Seite dieses Wunderwerk der Technik, der hervorragend ausgestattete Luxusbus der Marke Setra, der Premiummarke von Daimler, der sicher nicht billig ist, auf der anderen Seite ist man, wenn man ausgestiegen ist, schnell in Mitten von Schafherden. Jeder von uns hat sicher mehr Geld in der Tasche als die Familie in einem, drei oder vielleicht fünf Jahren an Geld verdienen wird. Lassen Sie nun ein Kind um etwas Geld betteln ? Wie verhalten Sie sich ?

Markus Krammer

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Teheran - Isfahan

Wie ich heute von Hans-Peter Christoph per Mail erfuhr, sind die Avanti-Chinesen gut in Teheran angekommen. Alles ist in Ordnung, momentan (23 Uhr MEZ, 1.30 Uhr in Teheran) schlummern die Reisenden im Vier-Sterne-Hotel Ferdowsi (http://www.ferdossigrandhotel.com/)  ihrer Fahrt nach Isfahan,  Freiburgs wunderschöner Partnerstadt, entgegen. Dort sind sie im Abbasi-Hotel untergebracht. In meinem Reisebericht über die erste Avanti-Isfahan-Reise hatte ich notiert: “Das Abbasi-Hotel ist nicht nur das schönste Hotel des Iran, sondern sicher auch das atemberaubendste: eine ehemalige Karawanserei mit Wasserlauf und Teegarten im Innenhof. Mehrere Restaurants, ein Café, Boutiquen und ein Schwimmbad laden zu Erholung und Zerstreuung. Der Blick aus dem luxuriösen Hotelzimmer geht zum Innenhof und weiter zur türkisfarbenen Kuppel der benachbarten Moschee. Ein Traum aus 1001 Nacht! Um 19.30 Uhr machen wir uns zu Fuß auf den Weg zum Meydan-e-Imam, ehemals Meydan-e Naqsh-e Jahan („das Ebenbild der Welt“). Hans-Peter leitet und führt uns, macht einen Umweg, um uns die ganze Erhabenheit und Pracht dieses einmaligen Platzes auf Anhieb spüren zu lassen. 500 Meter lang, 161 Meter breit, gesäumt von gepflasterten Wegen mit Pferdekutschen um viel Grün, ausladende Wasserflächen mit Springbrunnen, Menschen am Feierabend, spielende Kinder, Moscheen und Paläste. Ein geschlossenes zweistöckiges Ensemble mit Geschäften, über denen einheitlich cremefarbene Markisen die tief stehende Sonne abhalten. Ein unglaublich andächtiger Moment. In einer Art Endlosschleife bleibt er monatelang in meinen Tag- und Wachträumen lebendig.”

Sigrid Hofmaier

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Türkei - Iran

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Zeitraum von: 16.6.2008, 20:00 Uhr
Zeitraum bis: 17.6.2008, 22:30 Uhr (Ortszeit)

Ort alt: Hotel Nuh, Dogubayazit, Türkei
ort neu: Täbris, Tabriz International Hotel, Imam Khomeni Avenue, Tabriz, Tel. 3341081-9, Fax 3341080, http://www.tabrizinternationalhotel.com Einwohner alt: ca. 55.000
Einwohner neu (nur Stadt; nicht Umkreis): ca. 1,3 Mio.

Höhe über NN alt: ca. 1.600 m
Höhe über NN neu: ca. 1.300 m

Zeit alt: 1 Std voraus (Türkei)
Zeit neu: 2,5 Std voraus (Iran)

1. Der Harnstoff ist angekommen. Der Bus fährt damit umweltfreundlichst nach den Normen von 2014, während hier im Iran antiquierteste Gefährte unterwegs sind. Die Fahrt durch den Iran ist für den Kenner der Historie der Lkw und Pkw eine Nostalgiefahrt sondersgleichen.

2. Der Sonnenaufgang des Ararat war diesmal noch schöner. Daher sind neue Bilder beigefügt. Sonnenaufgang war um 4:55 Uhr.

3. Fahrt; Grenze

a) Allgemeines

Es ist eine Grenze, bei der zwei Grenzsperren, die unmittelbar nebeneinander lagen, aufgingen: Die türkische und die iranische. Sowohl die Grenzabwicklung in der Türkei und im Iran verliefen problemlos, wir mußten nur im Iran ca. 2 Stunden warten. Zu spät kamen wir auf die Idee, uns beim Kaffee im Grenzübergang mit Speisen und Getränken zu versorgen. Ein kleiner Junge verkaufte uns iranisches Brot. Sehr hilfreich war die seit 9 Monaten verheiratete, junge iranische Mitarbeiterin des Tourismusinformationszentrums, die uns auch hinsichtlich weiterer Fragen (Kleiderordnung, etc.) tatkräftig unterstützte.

An der Grenze fuhren wir gegen 13 Uhr iranischer Zeit los, nachdem wir Reza, unseren neuen Reiseleiter, aufgenommen und einige versicherungstechnische Fragestellungen geklärt hatten.

b) Bank, Geld

Wir fuhren um 7 Uhr Ortszeit in Dogubayazit los, nachdem wir uns von unserem Guide Cem verabschiedet hatten. Die Fahrt führte uns am Ararat vorbei  zur türkisch- iranischen Grenze. Hussein, unser nur Englisch sprechender iranischer Guide übernahm es, Geld einzusammeln und es offiziell bei der Bank zu wechseln. Wider Erwarten waren große Banknoten günstiger. 1 € = 14.350 Rial. Uns wurden Bündel von Scheinen mit 20.000 Rial, teilweise mit 10.000 und teilweise mit 5.000 Rial ausgehändigt.

c) Glaubensfragen

Jede unserer mitreisenden Damen hat ihren eigenen Weg gefunden, sich mit der islamischen Kleiderordnung zu arrangieren und das führte jedenfalls bislang zu keinen Beanstandungen. Es war aber auch für die Männer eine neue Erfahrung. Begründet wird die Bedeckung der Haare lt. unserem türkischen Reiseführer Cem damit, daß die Frau den Mann reizen könnte. So verhüllt sie sich und zeigt so auch nicht, ob sie eine schlanke Figur hat. MK meint, dass die Kopftuchpflicht im Ergebnis ihre Zielsetzung verfehlt.

d) Mittagessen

25 km hinter der Grenze tankten wir und aßen zu Mittag. Der Weg zur Toilette führt nicht mehr über Gräben sondern über Wasserleitungen.

4. Verkehr, Fahrweise, Diesel

a) Diesel

Es gibt die Anekdote eines Fernfahrers:

Er geht zur Kasse und sagt “Ich will 180 Liter Diesel.” Er zahlt 2 € und meint, es sei eine Verwaltungsgebühr. Er tankt die 180 Liter und geht erneut zur Kasse und will bezahlen. An der Kasse weigert man sich, Geld zu nehmen. Nach einigem Hin- und Her fährt der Fernfahrer weiter zur nächstgelegenen Raststätte für eine Pause. Der Tankwart folgt mit einem der Landessprache des Fernfahrers mächtigen Begleiters. Dieser sagt: “Hier ist Ihr Wechselgeld. Sie haben zu viel bezahlt.”

Iran ist ein paradisisches Land für Busunternehmer. Wir tankten heute:

25.000 Rial / 14.350 [Euro / Rial offizieller Wechselkurs] * 100 [ct statt €] / 150 l [150 Liter wurden getankt] also zu einem Preis von

1,16144 CENT - nicht Euro - je Liter.

Benzin kostet ca. 9 Cent. Benzin ist rationiert, sinnvollerweise mit z. Z. 120 Liter/Auto und Monat, d. h. wer mehrere Autos fährt, hat insgesamt mehr Sprit zur Verfügung. Die Autos sind zumeist deutlich älter und verbrauchen damit entsprechend mehr.

b) Fahrweise

Es gibt im Stadtverkehr hier mehrere Regeln:

- Ich will da hin, also fahre ich so. Bestehen mehrere ausgezeichnete Fahrstreifen, so wäre es zu einfach und zu umständlich, je Fahrspur eine Reihe Fahrzeuge anzulegen; auf eigentlich einspurigen Straßen sind auch waghalsige Rückwärtsfahrmanöver an der Tagesordnung.

- Was andere wollen, ist mir egal, d. h. Fußgänger queren, wann es ihnen paßt den mehrspurigen, ausnahmsweise mal fließenden Berufsverkehr (und ändern damit den lang ersehnten Zustand), man bleibt stehen, wo es einem passt.

- Es wird mit der Hupe kommunziert, niemals aufdringlich, aber immer in einer höflich-bestimmten, hinweisenden Art und Weise versucht, mitzuteilen, dass man selbst mal mit seinen Wünschen an der Reihe ist. In Zeiten des kalten Krieges hatte die NATO die Theorie der flexible response, d. h. der abgestuften Antwort. Dies gilt auch für den Verkehr in Täbriz, denn alle gehen mit einer landestypischen, positiven Grundeinstellung an das trafficbezogene Tageswerk. Daher: Wird freundlich gehupt, wird freundlich zurück gehupt, alles abgestuft, nuanciert, pointiert und mit dem gewissen Etwas als Signal, das nur der Einheimische zu deuten weiß.

5. Landschaften; Klima

Es wird wärmer, wir hatten heute über 30 Grad, doch war das angesichts der Klimaanlage im Bus erträglich. Wir würden gerne den heizenden Daheimgebliebenen etwas Sonne abgeben.

6. besuchte Kirche

Wir besuchten nach der Grenze eine christliche Kirche. Hierzu folgt ein gesonderter Bericht.
7. Hotel, Essen

Was ist der Unterschied zwischen einem 4-Sterne-Hotel im Iran und einem Provinzhotel in der Türkei an der iranischen Grenze ?

a) Internet

Im Provinzhotel finden Sie ein ungesichertes W-LAN-Netz und können durch die Eingabe von dsldevice.lan auch als x-beliebiger, nie registrierter WLAN- Nutzer den WLAN-Zugang konfigurieren und dabei andere von der Nutzung nach Ihrem Belieben ausschließen. Im 4-Sterne Hotel gibt’s kein WLAN, zuerst heißt es, alle Geräte seien “busy”, doch wenn Sie sagen, daß Sie ein eigenes Kabel dabei haben, lässt man sie gegen Bezahlung das Netz nutzen.

b) Allgemeines

Es sind natürlich die allgemeinen Annehmlichkeiten, etwa Gepäckträger, bessere Einrichtung des Hotels, besseres Essen, und und und. Hier hatten wir ein Buffetessen, daß keine Wünsche offen ließ und eine vielfältige Auswahl des Abendessens.

c) Sprache

Das Personal des 4-Sterne-Hotels spricht gut Englisch. Ein junger Mitarbeiter des Hotels an der Rezeption lernt Deutsch mit einem Buch, das noch aus Zeiten stammt, in denen es eine Deutsche Demokratische Republik gab.

d) Einfahrt

Es ist aber auch die Hofeinfahrt. Das Provinzhotel bereitete den Parkplatz vor dem Haus vor, in dem es plumpe Betonklötze am Bürgersteig deponiert. Das teure 4-Sterne-Hotel liegt in strategisch günstiger Lage, d. h. der Bus, der die Gepäckstücke auf der falschen Seite einlädt, darf diese im Gewühl des Stadtverkehrs in Täbris (Regeln s. o.) entladen. Doch hassen Avanti-Busfahrer derartige Zwangslagen. Bestimmt ist es NICHT so, dass die Einfahrt des 4- Sterne-Hotels extra an den Avanti-Bus angepasst wurde, doch sagte deren Augenmaß - aus einer Entfernung von etwa 10 Metern: “Der Bus passt da durch.” Freilich passte der Bus auch da durch, doch waren es auch diesmal nur wenige Zentimeter Seitenabstand. Fahrgäste bei Avanti wissen jedoch aus leidvoller Erfahrung, daß sich derjenige blamiert, der schreit.

8. Handies

Es gab vereinzelt Anrufe, die durchkamen. SMS scheinen zu gehen, allerdings auch nicht mit allen deutschen (Empfänger) und iranischen (Absender) Netzbetreibern. Es ist allerdings sehr teuer, das Handy, gleichgültig ob man angerufen wird oder anruft, zu benutzen.

9. Kontakt zu Einheimischen

MK traf in der Lobby Iraner, die den Bus mit der Strecke sahen. Die Eindrücke, die man in Deutschland hat, passen nicht zu dem, was zutrifft. Sie hätten gern mehr Kontakt zu Ausländern und wollen Frieden; sie würden auch Israelis zu sich nach Hause einladen. Seit dem Atomstreit fällt es zunehmend schwerer, Visa für Schengen-Staaten zu bekommen; für Tourismus gebe es keine VISA, für Geschäftszwecke nur in besonderen Ausnahmefällen. Mir missfällt die Arroganz unseres Landes, denn es gibt sehr viele, die sich sehr anstrengen, um mit allen verfügbaren Mitteln Deutsch zu lernen. Haben sie es gelernt, gibt man ihnen nicht die Möglichkeit, Sprache und Kultur vor Ort zu erfahren.

Die Iraner hielten die deutschen Bahnen für pünktlich; sie meinten, wenn ein Zug Verspätung habe, würde die Uhr des Reisenden falsch gehen.

Auf der Straße findet man schnell Kontakt zu Iranern; oft wird man angesprochen und man trifft auch in den Basaren sehr viele, die Deutsch sprechen. Vorsicht ist angesagt, wenn einem beim Teppichkauf geholfen wird und wenn man in bestimmte Geschäfte geführt wird.

10. Besuchsprogramm Mittwoch, 18. 6.

Auf dem Programm stand ein Besuch der Blauen Moschee, des angrenzenden Museums, eines Aussichtsturms und des Bazars. MK war weniger in Dokumentierlaune, daher wird versucht werden, diese Bereiche durch einen weiteren Bericht abzudecken. Einige Mitglieder der Gruppe waren abends eingeladen, andere besuchten am späten Nachmittag ein Ausflugscenter.

Markus Krammer

Video: http://www.markus-krammer.de/blogs/blog-m-03.mpg

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athen-peking

Iran!

Dienstag, 17. Juni, 15 Uhr 

Wie ich soeben von Uli Bührer aus dem Avanti-Büro erfuhr, braten unsere Avanti-Chinesen nicht seit Stunden südlich der iranischen Grenze, sondern sie sind in drei Stunden “durch” gewesen und wohlbehalten auf dem Weg nach Täbriz. Begierig warten wir nun auf erste iranische Maildungen.

Salaam, Sigrid

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Staubige Straßen…

Auch heute fuhren wir durch landschaftlich sehr schöne Strecken, über Pässe hinauf und hinab, zwischen Bergen auf Hochebenen durch und genossen die Landschaft. Die Straßen sind zwar breit und meist doppelspurig, hätten oft aber besser gepflegt sein können. Der Bus fuhr heute die ersten Kilometer auf ungeteerten, staubigen Straßen. Aber all das gehört dazu und es wäre absolut falsch, den Verfasser dieser Zeilen dahingehend zu verstehen, daß er sich beklagt. Wir wollen die Welt erkunden, die Welt, die viele von uns nicht kennen, oder auch nur Teile davon, die Hochebenen, die vielen Berge mit weiten Grünflächen, die Viehherdenhaltung auf konventionelle Art ohne Zäune mit Hirten, die einfachen Häuser mit zentral gelegenen Moscheen und vielem mehr. Andererseits kommt die Frage auf, was es braucht, damit der Mensch glücklich sein kann. Das, was er kennt ? Man kann auch ohne mitteleuropäischen Standard glücklich sein.

Wir sind am Fuße des Ararat in Dogubayazit,  einer Stadt 40 km von der Grenze zur islamischen Republik Iran, im Hotel Nuh angekommen. Das Hotel liegt absolut zentral in einer kleinen Stadt an der Grenze, von der ein Reiseführer sagt, sie sei eine heruntergekommene Schmugglerstadt. Ein Blick aus dem Fenster zeigt Häuser mit schlechter Bausubstanz und auch der Staub und die nicht in gewohnter europäischer ebener Art befestigten Gehwege und Fußgängerzonen werden uns weiter begleiten. Wer kauft, muss handeln, das zeigte schon ein kleiner Stadtbummel. Postkarten waren billiger zu bekommen und auch die Halbliterflaschen Mineralwasser waren billiger aufzutreiben. Die ersten Eindrücke bestätigten sich, liegt das stille Örtchen doch nahe einer ziemlich geschlossenen, soweit bekannt aus politischen Gründen gezogenen Grenze, bei der hier hinzukommt, dass es unerwünscht sein könnte, dass die Kurden grenzüberschreitend reisen oder gar Handel treiben könnten. Doch gibt es auch hier Internetcafés, diesmal aber nicht mit der aus Erzurum bekannten Doppelbeschilderung für Mann und Frau.

Selbst das Hotel Nuh, das diesmal nicht den besten Standards entsprach (dafür aber zentral liegt) hat Wireless LAN. Die Laptop-Besitzer schauen daher so bald als möglich nach dem Blog einschließlich dem, was als Feedback gekommen ist. Es ist en vogue, freie Zeit damit zu verbringen oder auch im Bus die Zeit damit zu nutzen, themenbezogene e-mails oder Beiträge zu schreiben. Im Hotel positionierte MK seinen Laptop nahe dem Funkrouter im Gang, da sein Zimmer zu weit weg war. Gleichzeitig zugegen waren verschiedene Mitreisende, die via WLAN telefonierten und auch ein Peter Stephan war etwas aufgeregt ob seines nahenden Sendetermins. Büroflur, ein Hauch von Stress und es fehlte noch der Einsatz des Satelliten- oder des IP - Telefons als ultima ratio, denn das Hotel hatte, wie sich später herausstellte, den anrufenden SWR-Mitarbeitern fälschlicherweise gesagt, PS sei außer Haus gegangen. Aber auch dieses Problem löste sich entsprechend der ortsüblichen Gegebenheiten.

Das Hotel hat WLAN, liegt wie beschrieben zentral, doch ist es nicht von der allerhöchsten Kategorie. Das bedeutet, dass es nicht an europäischen Maßstäben gemessen werden kann; so fehlen insbesondere bei MK die Duschwände und, setzt man sich einseitig auf die Toilette, so vermittelt diese den Eindruck, als könnte diese umfallen. Auch sollte man sich besser nicht am Waschbecken festhalten. Der Aufzug hat keine Innentüren, d. h. man sieht an der Türseite die Wand vorbeigleiten. Dies ist, und das sei hervor gehoben, kein Beklagen sondern mit ein Grund, weshalb genau diese Reise gebucht worden ist. Das Hotel hat hingegen einen einmaligen Blick auf den kleinen und großen Berg Ararat. Der Sonnenaufgang um 5 Uhr morgens bot einmalige Eindrücke und Bilder.

Heute haben wir den berühmten Ishak–Pascha–Palast besichtigt. Dort war der Pass an der Grenze zwischen dem osmanischen und dem persischen Reich. Mit den hohen Zolleinnahmen wurde die Anlage festungsmäßig ausgebaut. Ca. 900 vor Chr.  bestand dort bereits es eine Siedlung des Volkes der Urartäer. Wir konnten entweder wandern oder mit dem Bus dorthin fahren. In der Nähe des Campingplatzes fand ein weiteres Picknick mittags statt.

Wir nutzten die Zeit zur Vorbereitung auf den Iran. Für morgen ist die Abfahrt um 7Uhr türkischer Zeit geplant.

Wichtig: Alle, die uns im Iran erreichen wollen, können dies NICHT mehr via Handy tun, da es im Iran zwar GSM Netze gibt, doch können deutsche Mobiltelefone im Iran nicht genutzt werden, da es an der hierzu erforderlichen Roaming–Vereinbarung zwischen den deutschen Netzbetreibern und den iranischen Netzbetreibern fehlt.

Hier der Link zum Video im MPEG 1 – Format (57 MB): http://www.markus-krammer.de/blogs/blog-m02-mpeg1-57-MB.mpg

Es ist nicht möglich, ein Video mit höherer Qualität nach Deutschland zu überspielen. Es ist zu empfehlen, den Link mit der RECHTEN Maustaste anzuklicken, den Link/die Verknüpfung auf der eigenen Festplatte zu speichern, um die Datei dann im Vollbild anzusehen; so sieht man etwas mehr.

Markus Krammer

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