Bus-Tour in Echtzeit verfolgen

Wo übernachten die Reisegäste heute? Steht der Bus lange an der Grenze? Kommt die Gruppe zügig voran? Verfolgen Sie die Route des roten Avanti-Busses in Echtzeit auf der Landkarte! Mit einem Klick auf das Bild kommen Sie direkt zur Live-Ortung. Sie können in der Ansicht zwischen Karte und Satellitenbild wählen. Bitte beachten Sie folgendes: Die Positionsübermittlung kann nur in Ländern gewährleistet werden, in denen die technischen (Mobilfunk, Kartenmaterial etc.) und gesetzlichen Voraussetzungen gegeben sind. Es kann daher in einigen Transitländern vorkommen, dass unser Bus nicht visualisiert werden kann. Schauen Sie am Besten regelmäßig vorbei.
 
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Monatsarchiv für Juni 2008

athen-peking

Erzurum-Dogubayazit

Nach verspäteter Abfahrt aus Erzurum - wir warteten am Busbahnhof auf den berühmten Harnstoff, der mit einem Linienbus aus Istanbul zwischen 10 und 10.30 Uhr geliefert werden sollte, 120 kg, die dann doch nicht eintrafen, da der Bus sie wegen Überladung nicht mitnehmen konnte - ging es weiter gen Osten mit Tagesziel Dogubayazit. Weiter durch das archaische anatolische Hochland, noch kärglicher und menschenleerer als auf der Etappe bis Erzurum. Einfachste Steinhütten mit und ohne Blechdach mit Kuhdungstapeln davor, meistens mit Elektrizitätsleitungen und Brunnen versorgt. Große Rinder- und Schafsherden auf den saftig grünen Talwiesen und Hängen, zauberhafte Blumenfelder und -inseln, die wohl seit altersher die Farbe für die naturgefärbten Teppiche liefern.

Für heute war unser erstes Picknick angesagt. In der Nähe der Ortschaft Agri auf ca. 1.600 m  fanden unsere Captains einen malerischen Wiesengrund entlang eines Flüßchens und einer Furt. Im Nu hatten die Routiniers Hans-Peter, Alain und Ina die Köstlichkeiten auf einer Picknickdecke ausgebreitet. Viele Hände halfen beim Schneiden, Schälen und Anrichten, wobei sich Hans-Peter mit seiner Enoteca-Erfahrung und seinem großen Messer aus Konya besonders verdient machte. Das Gelage konnte beginnen:

- Riesige Fladenbrote, anatolischer Schafs- und Hartkäse, anatolische Wurst, Tomaten, Gurken, Paprika, Melonen, Oliven, Kirschen und Aprikosen von den Märkten in Erzurum.

- angereichert durch Schwarzwälder Schinkenspeck, Olivenöl mit Knoblauchscheibchen aus Gialova (Griechenland), Salz vom Cabo de Gata
(Spanien)

- angerichtet auf der großen Picknickdecke aus Erzurum, serviert auf deutschen Buchenholz- und griechischen Olivenholzbrettchen sowie Olivenholzschalen aus Katalonien

Das ist AVANTI-Stil !!!

- Wasser und die verbliebenen geistigen Getränke, die angesichts der nahen iranischen Grenze “vernichtet” werden mussten:

1 Flasche Spätburgunder Rotwein aus Oberschopfheim von Hans-Peters
Götti (badisch für Patentante) und griechischer Weißwein, den uns - wie kann es anders sein - YORGOS empfohlen hatte. Als Digestif Schweizer Grappa aus einem edlen Flachmann von unserem einzigen Schweizer Reiseteilnehmer Nicklaus.

Nebenbei erlebten wir den Alltag der Dorfbewohner. An einer flachen breiten Stelle des Flüsschens wusch eine Großfamilie viele Teppiche mit Schrubber, Füßen, Waschmittel und legte sie zum Trocknen über die Büsche. Eine Bauernfamilie kam mit dem beladenen Eselswagen den Hang herunter und durchquerte langsam die Furt.
Gut gesättigt und hochzufrieden setzten wir unsere Fahrt fort - in freudiger Erwartung des ersten Anblicks des legendären, schneebedeckten Ararats.

Heidrun

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In dem ganzen Rummel…

… geht etwas sehr Wichtiges ziemlich unter! 

Nämlich, wer den entscheidenden Anstoß zu diesem Abenteuer gab: Volker Häring von “China-by-Bike”! (www.china-by-bike.de). ER hatte die Idee, eine Radreise von Athen nach Peking durchzuführen. ER tat sich mit sechs anderen Veranstaltern des “forum anders reisen” (www.forumandersreisen.de) zusammen, um die Radreise (www.athen-peking.de) auszuarbeiten, die am 18.02.2008 in Athen startete. Die eigentliche Motivation der Tour ist sanftes, langsames und begegnungsorientiertes Reisen als Gegenimpuls zum Immer-schneller-und-weiter-Tourismus. Erst als ich (als Mitglied des forum anders reisen) von dieser Wahnsinnsradreise Wind bekam, kam ich auf den Gedanken, dass eine ähnliche Tour auch mit dem Bus möglich sein müsste! Bei all der Aufmerksamkeit, die uns derzeit widerfährt: Ehre, wem Ehre gebührt! Ohne Volker von China-by-Bike, den Mitveranstaltern des Forums als Länderspezialisten und die Koordination durch das Forum wäre das alles nicht möglich! Ihnen und euch allen an dieser Stelle ganz, ganz herzlichen Dank! 

Hier die Internetadressen der beteiligten Veranstalter: 

http://www.forumandersreisen.de Gesamtkoordination Rad- und Busreise

http://www.gnosis-travel.gr/home-de.htm für Griechenland 

http://www.lupereisen.com für den Teil in der Türkei

http://www.achitours.de für Georgien und Aserbaidshan (Radreise)

http://www.baikal-express.de für Turkmenistan, Kirgistan und Kasachstan

http://www.biss-reisen.de für Usbekistan

http://www.china-by-bike.de für den großen chinesischen Teil  

Hans-Peter Christoph

(türkisch: Hanus Kaptan)

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Ein Tag in Erzurum

Wir sind im Zentrum von Erzurum angekommen. Unser roter Bus blockiert die Straße vor dem Hotel bis alles ausgeladen ist. Wieder überrascht das Verständnis der Menschen: Hinter dem Bus bildet sich sofort eine Autoschlange, aber keiner schreit oder regt sich auf. Bei uns kaum vorstellbar.
Wir legen einen Tag Verschnaufpause ein. Am nächsten Tag begeben wir uns auf einen Rundgang durch die Altstadt. Strassen, Gehwege und Häuser hätten mehr Aufmerksamkeit äußerst nötig. Moscheen, alte Grabstätten, eine Medresse - ehemals Koranschule - und die Burg strapazieren meine Füße und Aufnahmefähigkeit. Nach Beendigung der Stadtführung haben wir uns eine Teepause redlich verdient und, wie es so kommt, werden Pläne geschmiedet: Einkaufen ist angesagt! Mit Lucia, Carola, Annette und Heidrun mache ich mich auf den Weg zum Hosenkauf. Wie es die Landessitte vorschreibt: Ich vorneweg und die vier Frauen in gebührendem Abstand hinterher. Wer war schon mit vier fachkundigen Frauen einkaufen? Das Feilschen um den Preis übernahm ich und so gab es für ca. 20 € eine neue Hose (mit sofortiger Kürzung der Hosenbeine) und ein passendes T-Shirt. Anschließend ging es zur Post, zur Reinigung und ein Bummel über den Basar beendete unseren Nachmittag.

Bisher verlief die Reise planmäßig und harmonisch. Was bringen uns die nächsten Tage?
Ulrich von Öltlingen

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Besuch im Hamam

Irgendwo versteckt in der Altstadt muss er sein - der Hamam. Roland und Rolf begeben sich auf die Suche. Verschiedene Versuche, türkisch und deutsch, uns auf den Weg zu bringen, sind gescheitert. Aber unsere Reiseerfahrung hat uns geholfen. Endlich, von außen kaum zu erkennen, empfangen uns kräftig gebaute Bademeister. Nach ungefährer Klärung unserer Wünsche erhalten wir einen eigenen kleinen Raum, um uns mit dem um die Hüften geschwungenen Badetuch in den großen Saunaraum zu begeben. Unter einer hohen Kuppel, aus der aus kleinen Fenstern indirektes Licht in den Raum fällt, liegen wir auf einem steinernen Rondell, wobei als Kopfstütze eine kleine Blechschüssel dient, die auch benützt wird, um uns aus den marmornen Becken zu übergießen.

Der Raum atmet Vergangenheit, die typischen Farben verblasst durch die ständige Saunatemperatur. Es beginnt die eigentliche Massage: Von kräftigen Händen gepackt, wird der ganze Körper abgerieben. Die anschließende Seifenmassage lässt jedes Gelenk und jeden Muskel spüren. Aus Blecheimern mit Wasser übergossen, kehren wir in die Wirklichkeit zurück. Eingehüllt in Tücher mit orientalischer Kopfbedeckung erfrischen wir uns mit dem obligatorischen Tee. Nach einer Ruhepause und einer etwas komplizierten Rechnungstellung, tauchen wir wieder in Staub und Lärm des Samstagbetriebs
der Stadt Erzurum.

Rolf Grießhaber

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Avanti Peking in “Radio Regenbogen”

Radio Regenbogen hat über die Abfahrt der Avantis nach Peking berichtet. Hier ist der Link: http://www.regenbogen.de/programm/aktuell/101-1-aktuell/2008/juni/101-1-080602-pekingbus.html. Den Original-Beitrag konnte Radio Regenbogen leider nicht liefern, jedoch wird es MP3-Links von den künftigen Beiträgen geben.

Ute Linsbauer (forum anders reisen) & Sigrid Hofmaier

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Von Istanbul nach Ostanatolien

Zwei Fahrtage liegen hinter uns, als wir in Erzurum ankommen. Die Fahrtage haben uns vom europäisch geprägten, westlichen Teil der Türkei ca. 1.400 km in Richtung Osten in die türkischen Gebiete geführt, in denen man deutlich mehr Polizei auf den Straßen sieht. Unterwegs hatten wir einige Kontrollposten der Polizei zu passieren, wobei wir allerdings nicht angehalten wurden.

 

Wir befuhren die Brücke, die Europa und Asien verbindet und dann weiter auf der Autobahn, bis wir diese gegen Mittag verließen und auf türkische Landstraßen wechselten. Bereits auf der Autobahn war der Klassenunterschied zwischen dem Setra-Bus und ortsansässigen Bussen und Lkws deutlich sichtbar: Während sich lokale Fahrzeuge die Berge hinaufquälten, war der Setra-Bus in oft doppelter Geschwindigkeit und nur mit gelegentlichem Zurückschalten oben. Dieser Unterschied machte sich auf der verbleibenden Landstraße weiter deutlich bemerkbar, starteten wir doch in Istanbul auf Meereshöhe und hatten bergige Strecken zu überwinden, die uns in eine Hochebene brachten. Auf dem Weg dorthin hatten wir mehrere Pässe zu überwinden.  So sparten wir viel Zeit.

 

Wir sahen die ersten Reisfelder und fühlten uns eigentlich schon wie in China, bevor wir an unserem Zwischenziel Corum ankamen. Bereits Monate vor der Abreise in Freiburg musste die Planung, in Amasya zu übernachten, zugunsten von Corum geändert werden, da das Quartier in Amasya wegen eines Parteitages nicht mehr verfügbar war. Wir erreichten das Quartier während des Fußballspiels und nutzten die verbleibende Zeit zum Abendessen in der Gruppe, zum Fußballschauen oder für einen kurzen Stadtbummel. Bei Letzterem waren die Unterschiede zwischen Europa mit etwas Asien in Istanbul und Asien schon erkennbar, wenn es auch nachts und nach einem langen Fahrtag nicht so deutlich hervor trat.

 

Am nächsten Tag ging morgens die Fahrt weiter. Man gewöhnt sich daran, 15 Minuten vor Abfahrt die Koffer am Bus zu haben. Dort werden diese von Personen mit einem geometrisch-räumlich geübten Blick fachgerecht verstaut, wohl wissend, daß der geräumige Avanti-Bus keine Platzknappheit erkennen läßt. Wir fuhren zunächst nach Amasya, wo wir eine Stunde Aufenthalt für eine kurze Stadtbesichtigung nutzten. Es gab entlang eines Flusses viele Stände, bei denen die Region präsentiert wurde; zu kaufen gab es weniger. Wir gingen dennoch entlang und wir kamen zu einem älteren Herrn, der Küchenwerkzeuge verschiedener Verwendungszwecke aus Holz fertigte.

 

(Zum Video von MK geht’s hier: http://www.markus-krammer.de/holzbearbeit-2525-kB-mpeg1.mpg)

 

Cem, unser Führer erfährt später, daß es sich um eine Familie handelt, bei der der Vater sein Wissen und sein Know-how an den Sohn weiterreiche und dieser wieder an seine Nachkommen. Eigentlich habe sich der auf dem Video Gezeigte schon aus dem Geschäft zurückgezogen, doch stelle er aus Anlass der Ausstellung wieder das eine oder andere Werkzeug her.

 

MK wollte unbedingt den Löffel haben, der gerade in der Produktion war, obgleich dies bei der geplanten Abfahrt der Gruppe schwierig war. Doch unter Vermittlung von Cem konnte das Problem gelöst werden. Trotz Handarbeit kostete der Löffel weniger als ein vergleichbarer maschinengefertigter Löffel in einem Supermarkt in Deutschland.

 

Am späten Vormittag nahmen wir unseren Weg ab Amasya weiter gen Osten und hatten gebirgige Strecken vor uns, bei denen der Avanti-Bus wiederum seine technische Überlegenheit voll ausspielte. Was muss nur der Fahrer eines ortsansässigen Vehikels denken, wenn er so abgehängt wird? Bergauf, aber auch bergab, denn lange Strecken bergab führten - verwendet man die konventionelle Bremse allein - zu einer stark ansteigenden Temperatur der Bremsflüssigkeit und so zu einem Ausfall der Bremsen. Schlechter motorisierte Gefährte haben eine schlechtere Motorbremse und müssen so langsamer fahren, so überholte der Avantibus bergab ebenso wie bergauf. Wie heißt es noch gleich: Fahre den Berg im gleichen Gang runter, in dem Du ihn hochgefahren bist.

 

Es gab malerische Strecken an Flussläufen, Passstraßen hoch, Passstraßen hinab, den Euphrat entlang, durch Gebirgstäler hindurch mit Blick auf schneebedeckte Bergkuppen - alles bei bestem Sonnenschein. So wird die Reise zum Genuss. So kamen wir am Freitag, den 13. in Erzerum an. Das Hotel liegt absolut zentral in der Stadtmitte.

 

Erzerum ist mehr asiatisch als europäisch. Bereits beim Hineinfahren in die Stadt fällt auf, dass eigentlich an jeder Kreuzung in der Innenstadt ein Polizeifahrzeug steht. Wir sind näher zu den Grenzen Iran/Armenien/ Georgien/Irak mit den bekannten Problemen, doch leben hier überall nur Türken – so jedenfalls unser türkischer Reisebegleiter Cem. Der Verfasser dieses blogs übernimmt diese offizielle Sprachregelung so lange, bis er ausdrücklich eine andere Erfahrung gemacht hat.

 

Wir haben den Bus schnell entladen und es wird diesmal die Erwartungshaltung der Avanti-Busreisenden ob dem professionell arbeitenden und generalstabsmäßig vorausplanenden Busteam deutlich: Sobald man an der Rezeption ankommt, sollte klar sein, wer welches Zimmer bekommt; der Schlüssel sollte bereit liegen und nur noch ausgehändigt werden. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die Hotels sich damit um so schwerer tun, je weiter man von Freiburg entfernt ist.

 

Abendessen gab es im besten Restaurant der Stadt. Es war alles bestens, doch fehlt uns  der Vergleich, doch einigen war es wichtig, dass sie dort Alkohol bekommen. Der Weg vom Hotel dorthin verdeutlichte bereits die Unterschiede. Erzerum hat Erdbeben hinter sich und auch die wirtschaftliche Lage führt dazu, dass selbst die Gehsteige in der Innenstadt nicht durchgängig befestigt sind und auch uneben sein können. Staub ist ein Thema in der Stadt und auch das Gesamt-Erscheinungsbild der Stadt liegt um Größenordnungen hinter Corum und vor allem hinter Istanbul. Es gibt verfallene Häuser auch im Stadtzentrum, zwischen den Häusern liegt manchmal Plastikmüll rum und man sieht vielerorts Bettler und auch bettelnde Kinder. Die Autos werden älter, die Luft riecht nach Autoabgasen. Gelegentlich sieht man neue Autos, aber auch das eine oder andere, das vielleicht mit etwas speziellem Auto-Klebstoff zusammengeflickt wurde. Durch diese Gegenden fährt der Avanti-Bus, weit voraus der europäischen Abgasgesetzgebung, höchst ökonomisch und via GPS höchst verfolgbar. Vergleichbare Gefährte haben wir bislang nicht gesehen, trotzdem wurde HPC verschiedentlich beim Betrachten lokaler Modelle beobachtet.

 

Der Weg alleine oder in kleinen Gruppen durch die Straßen ist aufschlussreicher. Die Türken sind zu Deutschen in der Türkei um Größenordnungen freundlicher als Deutsche zu Türken in Deutschland. So es irgendeine Möglichkeit gibt, zu helfen, werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, obwohl dies vielleicht von demjenigen, dem geholfen werden soll, so gar nicht gewünscht wird. Erzerum ist aber auch eine Gegend fehlender Preisauszeichnungen. Fragen ist angesagt, doch will man wirklich diskutieren, wenn man den Preis von 35 Lira (18 €) genannt bekommt, wenn aber anschließend noch beim Bezahlen die Umsatzsteuer hinzugerechnet wird -  wenn der Verkäufer wirklich nett und freundlich war und wenn man nicht weiß, ob das so üblich ist ?

 

Bei allen Fragen zu Politik, insbesondere zu Kurdistan, und zur wirtschaftlichen Lage verhält sich unser Führer sehr ausweichend. Wie heißt es noch gleich: Inshallah - Gott hat es so gewollt. Oder: Es ist eben so, denn was will man denn erwarten ? Auch er hat eine Familie zu ernähren und auch er kann nicht einfach ohne Lizenz als Führer arbeiten. Wo die wirtschaftlichen Stärken der Region liegen, bleibt unklar.

 

Die Wasserscheide zwischen Europa und Asien haben wir aber auch deshalb überschritten, weil wir auf den Straßen in etwa genauso viele Frauen mit Kopftuch wie ohne Kopftuch finden. Iran lässt grüßen, doch war bis vor nicht allzu langer Zeit das Tragen von Kopftüchern in der Türkei verboten. Wir sind in Gedanken schon im Iran, wobei die Reise durch Griechenland und die Türkei bislang genau das Richtige war, um sich für den Iran einzustimmen. Es gibt Internetcafes für „Männer und Frauen“ - solche speziell für Männer und speziell für Frauen wurden allerdings nicht gesichtet.

 

Aber irgendwie sind wir doch noch in Europa. Das Internet eben. Die Leitungen nach Deutschland laufen über Amsterdam oder gleich direkt nach Frankfurt und sind von guter Qualität. Durch die mitgeführten Laptops und durch die in den Hotels zumeist verfügbaren Internetzugänge via Funk sind wir doch nicht so fern der Heimat, zumal es auch hier zahllose Internetcafes gibt. Wir haben sogar Wege gefunden, über Wireless LAN zu telefonieren. 

Markus Krammer

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Oldies but goldies

Auf vielfache Anfrage: Alle Reiseberichte könnt ihr lesen, wenn ihr unter “Kategorien” am rechten Rand “Busreise” anklickt, dann runterscrollt bis zum Ende und danch auf ”Nächste Einträge” klickt. “Nächste Einträge” sind also die vorherigen. Warum das so ist, wissen die Bloggötter….

Gute Weiterreise wünscht Blogmastress ohne Stress

Sigrid

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Ziggelshish (Rezepte III)

“Ziggelshish”, steht auf der (deutschen) Karte unter der Rubrik ”Kebab” des Restaurants in Anatolien. Es gibt außerdem scharfes Adana-Kebab, benannt nach der Stadt Adana, auch Iskender-Kebab und Köfte-Kebab aus Hackfleisch. Und Shish Kebab. Shish Kebab besteht aus klein geschnittenem Lammfleisch. Das alles wissen wir. Aber was ist Ziggelshish-Kebab? Klar wird es erst, als der Kellner erklärt, das Ziggelshish werde im Tontopf zubereitet! Ton gleich Ziegel, und je nachdem wie man es ausspricht eben “Ziggel”…

Ein ganz einfach zuzubereitendes Gericht, bei dem nix schief gehen kann - egal, ob es  zwei, zweieinhalb oder drei Stunden im Ofen vor sich hinschmurgelt.

Zutaten:
1 kg Lammfleisch aus der Schulter in mundgerechte Stücke schneiden. 1 kg Gemüse, was gerade da ist, gerne Zucchini, Zwiebeln, Paprika, Auberginen, Knoblauch, Tomaten, Karotten, Bohnen, eventuell zusätzlich noch ein paar Kartoffeln. Alles klein schneiden. Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel.

Zubereitung:
Fleisch und Gemüse vermischen, mit Salz, etwas Kreuzkümmel, evtl.  Pfeffer würzen. Das alles kommt in einen Tontopf (Güvec), wie er in Anatolien vielerorts verkauft wird. Als Alternative bietet sich ein großer Römertopf an. Aber auch ein ganz normaler Kochtopf ist nicht verkehrt. Für etwas Flüssigkeit sorgen ein paar klein geschnittenen Tomaten. Als Nichtmoslem kann man auch einen guten Schluck Rotwein angießen. Ab in den Backofen. Zwei bis drei Stunden bei 150 bis 180 Grad schmoren, gelegentlich umrühren, wenn Flüssigkeit fehlt, etwas  Wasser (oder Wein) nachgießen. Abschmecken mit Salz und Pfeffer (aber keine Brühwürfel, Biowürze oder Hefeflocken) und mit klein  geschnittener Blattpetersilie servieren.

Wenn man noch die Kartoffeln zugegeben hat, erübrigt sich eine ”Sättigungsbeilage”. Dazu passt aber auch Reis oder Bulgur. Oder Weißbrot, am liebsten Fladenbrot (Pide) aus dem Holzofen. Aber das müsste man hier in der Türkei besorgt haben.
Getränk? Ayran! Ayran ist Joghurt mit Wasser verdünnt (halb Yoghurt/halb Wasser) und einer Prise Salz. Oder ein leichter Roséwein.

Afyet Olsun, guten Appetit!
Hanus Kaptan (Hans-Peter)

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Nachschub…

Unser Peking-Bus ist ja ein hochtechnisches Gerät - vollgestopft mit Elektronik. Elektronik regelt auch den Abgas-Ausstoß. Wir fahren mit einem Euro-5-Motor, der jetzt bereits die Abgaswerte von 2014  erfüllt. Damit diese Abgaswerte eingehalten werden können, benötigen wir ein Additiv: AdBlue. In Europa wird das an jeder größeren Tankstelle verkauft, aber hier in Asien ist es (noch) weitgehend unbekannt. Nachschub hätten wir in Istanbul bekommen sollen, doch die Suche nach dem Depot gestaltete sich derart zeitaufwändig, dass wir nach einer Stunde des Herumirrens in engen und zunehmend steilen Gässchen beschlossen, nach Erzurum weiterzufahren, wo es angeblich ein weiteres Lager geben sollte.
Während die Gruppe in Erzurum einen Stadtrundgang macht, fährt Anatoli, dem nichts über das Wohl des Busses geht, mit dem Taxi zu der Adresse, die wir recherchiert hatten. Aber da gibt es nix! An der angegebenen Adresse findet sich eine Peugeot-Werkstatt, und weder dort noch in anderen Werkstätten hat man jemals von AdBlue gehört! Unser Anatoli telefoniert also mit Setra, dem Bushersteller in Ulm und wird mit dem für die Türkei zuständigen Mitarbeiter verbunden. Heute, am Samstag! Von ihm wiederum bekommt er die Telefonnummer von Bülent in Istanbul. Und Bülent organisiert: 120 Liter AdBlue! Ausreichend bis Peking! Ein Fernlinienbus aus Istanbul bringt es uns morgen früh an den Busbahnhof in Erzurum. So bleiben wir weiterhin sauber.

Hans-Peter Kaptan

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