30.07.2008
Monatsarchiv für Juli 2008
30.07.2008
29.07.2008
Xi’an
28.07.2008
Maijishan - Xi’an
Im Avanti-China-Reisekatalog stand: “Auf der Autobahn geht unsere Reise weiter nach Xi’an…”
Im BZ-Reisebericht von Roland Schrag konnten wir am 30. Juli lesen: “Verkehrsanarchie nicht anpasst, kommt nicht voran. Auf der Landstraße nach Xian (auf der Landkarte eine Autobahn, aber Papier ist ja geduldig) staut sich heute der Verkehr über 160 Kilometer im Stillstand oder Stop-and-Go. Alain nutzt eine Lücke und steuert beherzt auf der Gegenspur vorbei am Stau. Mehrere Kilometer schaffen wir so, bis es wieder Gegenverkehr gibt. Alain beherrscht rückwärts fahren so gut wie vorwärts, und so setzt er in aller Seelenruhe wieder einige hundert Meter bis zur Ausweichstelle zurück. Auf einer Brücke, gekennzeichnet mit 20 Tonnen Höchstlast pro Fahrzeug, stehen bereits mindestens zehn 80-Tonner, unser Bus mit seinen 24 Tonnen wartet, bis auf unserer Seite alle drüben sind. Dann folgen wir im Schneckentempo — die Brücke hält. Für die 350 Kilometer bis Xian brauchen wir endlich 13 Stunden, Durchschnittstempo 27 Stundenkilometer!”
Â
Fotos von Roland Lorenz:
27.07.2008
Maijishan
“Die Grotten von Maijishan gehören zu den weniger bekannten buddhistischen Zentren an der Seidenstraße. Die Grotten entstanden zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert zur Zeit der Nördlichen Wei-Dynastie. Große Teile der Anlage wurden bereits wenige Jahre später bei einem Erdbeben zerstört. Heute sind aber noch immer fast 200 Grotten zu besichtigen, die neben Buddhastatuen und Boddhisatvas auch zahlreiche Höhlenmalereien enthalten.”
(Avanti-China-Katalog)
Fotos von Roland Lorenz:
27.07.2008
Neue Beiträge & Fotos
Liebe Avantichinarotbusblogfans,
viele, viele, viele neue Beiträge und noch mehr, mehr, mehr Fotos vom 19. Juli bis heute sind neu im Blog. Sogar eine Goldene Hochzeit gibt’s zu lesen und zu sehen…
Habt Spaß damit wünscht
Sigrid
P.S.: Herzliche Geburtstagsglückwünsche an Bernd!!!  Â
26.07.2008
Der Bus und wir
„Im Mittelpunkt steht der Mensch“ war einst ein Lieblingsspruch von Helmut Kohl. Wir Avanti-Reisenden sehen die Welt anders – „im Mittelpunkt steht der Bus“!  Wir wissen mittlerweile alles über unser(en) Gefährt(en): Wenn er nur 23 Liter Diesel auf 100 km verbraucht, freuen wir uns. Bei 35 Litern infolge von Stop-and-Go leiden wir mit Anatoli mit – denn „seinen“ Bus zeichnet doch gerade der niedrige Verbrauch aus. Wenn er steht, der Bus, wird der Motor ausgeschaltet (und damit zugleich die Klimaanlage), denn auch Alain will  „seinem“ Bus  eine günstige Verbrauchsstatistik erhalten, die durch eine – aus seiner Sicht - unnötige Energieverschwendung in die Höhe getrieben würde. Wir zögen eigentlich angesichts von 40 Grad draußen hier drinnen Kühle vor, haben aber längst die eigene Befindlichkeit  den höheren Zielen untergeordnet. „Wie geht es dem Bus“, fragte die Moderatorin in einem der Radiobeiträge, die dem Bus – Verzeihung: uns im Bus - heute vorgespielt wurden. „Gut geht es dem Bus“, meinte der Reporter.
Wir haben verinnerlicht, wann es dem  Bus gut geht:  Wenn sein Tank genügend Harnstoff hat (in Anatolien wurden ziemliche Klimmzüge veranstaltet, um diesen raren Stoff herbei zu schaffen). Wir fühlten mit, als der Rote einen Platten hatte, als er einmal stecken blieb oder wenn er wieder mal in ein tiefes Schlagloch krachte. Alain kehrt Hans-Werner mit dem Handbesen ab, wenn dieser  völlig staubig von der Erkundung eines Erdlochs zurückkehrt, und uns gebietet Alain unsere Schuhe nur ja abzuputzen, denn in „seinem“ Bus duldet er keinen Schmutz.
Überhaupt: „Ihr“ Bus muss sauber sein, dafür sorgen Hans-Peter und Alain regelmäßig mit Wasserschlauch und Bürste, und wir dürfen am Morgen erst eine Viertelstunde vor Abfahrt am Bus auftauchen, vorher wollen Alain und Hans-Peter im trauten Tête-à -Tête mit „ihrem“ Bus allein sein – samt Staubsauger. Kein Pressefoto, auf dem nicht der rote Avanti-Bus zu sehen ist – zwischen Kamelköpfen, vor dem Sultanspalast, auf dem Isfahaner Khomeini-Platz. „Im Mittelpunkt steht der Bus“, dafür wird gesorgt. Nachdem wir heute viele Reportagen über diese Reise gelesen und gehört hatten, fragte Niklaus: „Und wo bleiben eigentlich wir?“ „Wir sind die Sättigungsbeilage“, meinte Lucia – da haben wir alle laut gelacht, und ich nahm das Notebook aus der Gepäckablage und schrieb diesen Blog. Voilà .
Rosch
26.07.2008
Heimatliche Genüsse in 14.000 Kilometer Entfernung
Säfte, Bier, Wein, viel, viel Tee und noch mehr Wasser waren unsere Getränke in den letzten 8 Wochen. Ab und zu wurde auch herrlich duftender und wohlschmeckender Kaffee - mit der buseigenen Kaffeemaschine gefiltert - angeboten. Kekse verschiedenster Geschmacksrichtungen, mal süß, mal salzig, mal total fad, mit und ohne Zwiebelgeschmack, mit und ohne Koriander, mit und ohne Zucker, in grüner, gelber und brauner Farbe haben zum Kaffee teilweise recht gut geschmeckt. Manches Mittagsmahl wurde damit ersetzt. In Lanzhou, in unserem Viersterne-Hotel wurde - oh Wunder! - mein langersehnter Cappuccino angeboten und dazu Apfelkuchen. Welch verlockendes Wort!
Heute wollte ich alleine, ohne Gruppe, mich diesen heimatlichen Genüssen hingeben. Ich saß mutterseelenalleine in dem riesigen Speisesaal bei gedämpftem Licht und verwunderlicher chinesischer 12-Ton-Musik. Das Mittagsbuffet war abserviert und für den Abend gab es noch keine Vorbereitungen. Die sehr zierliche und sehr freundliche chinesische Servierdame hörte meinem deutschen Englisch friedvoll zu und gab zu erkennen, dass sie nichts verstand. Mir ging es aber ebenso. Ihr “fleundliches” Englisch kam mir im wahrsten Sinne des Wortes “chinesisch” vor. Zum Glück gab es eine Speisekarte mit englischen Untertiteln. Mit Fingerdeuten, fleundlichem Lächeln und Nicken glaubte ich meine Bestellung aufgegeben zu haben. Tatsächlich, nach etwa 20 Minuten, bekam ich eine englische Zeitung. Ich war alleine im Raum und diese höfliche Geste wusste ich zu würdigen. Nach nochmals 20 Minuten wurde mir eine Tasse Cappuccino mit riesigem Sahnehäubchen und chinesischer Kakaoverzierung serviert und: ein Stück Apfelkuchen nach bester schwäbischer Hausfrauenart! Und sogar mit Kuchengabel und Kaffeelöffel serviert, ergab ich mich hingebungsvoll diesen Genüssen. Ich war an Leib und Seele gestärkt und konnte mich anschließend in das turbulente Stadtleben der 3-Millionen-Stadt Lanzhou stürzen, wohlwissend, dass das lukullische chinesische Abendmenu mit meterlangen Nudeln, Gemüse und Reis wieder mit Stäbchen in den Mund balanciert werden muss.
Margarete Reber
Fotos von Roland Lorenz:
26.07.2008
Avanti China in der taz
Und hier geht’s zum “rollenden Wohnzimmer” in der heutigen taz:
http://www.taz.de/nc/4/reise/asien/china/artikelseite/1/rollendes-wohnzimmer&src=PR
25.07.2008
Das Goldene Zeitalter
Das stelle man sich vor: Im feinsten Hotel, das Lanz-Hou, - die Millionenstadt, am Stadtzentrums-Platz, Ausgangspunkt aller Seidenstraßen-Arme - zu bieten hat, im gepflegten Chinarestaurant - einige Gäste des Landes haben sich schon eingefunden -, erscheint eine fröhliche Gruppe aus Freiburg „in Schale“, so gut man das eben kann auf einer Reise im Avanti- Bus, fast durch ganz Europa und Asien, in diesem spät-sozialistischen und früh-kapitalistischen Land. Sie stellen sich im Halbkreis auf, Hermann erhebt den Taktstock und sie singen mit allem was zu geben ist, im Kanon:  „Dona nobis Pacem“ und auch noch „Großer Gott wir loben Dich“Â
Sind wir noch zu retten? – Durchaus, denn es geht ums Zentrale! – und alle im Raum freuen sich von Herzen! Für Thea und Hans Werner ist es der Höhepunkt dieser Reise durch viele Religionen, Kulturen, politischen Systeme, Zauberlandschaften und Wüsten, mit ihren Bewohnern, mit der so vielfältigen und toleranten und interessierten Gemeinschaft - und ihrer 50-jährigen Ehe.
Daher suchten wir die Binglinsi-Grotten auf. Mit 1,5 Stunden Taxifahrt durch schroffe Berge, die mit unzähligen terrassenartigen Gräben zur Regenwasser-Rückhaltung gestreift sind. Mit einer Schnellbootfahrt durch den 48 Kilometer langen Liujiaxia-Stausee, in dessen Tiefe die so genannte „erste Brücke der Welt“ über den Gelben Fluss versunken ist, gelangten sie zu einem entzückenden kleinen Tälchen. Mit Weidenbäumen wird der Bachlauf von imposanten über 40 Meter hohen Bergtürmen auf der einen Seite überragt. Auf der anderen Seite von einer Felswand, in der die berühmten 183 Kulthöhlen und Nischen eingehauen sind. Wegen ihrer schwierigen Zugänglichkeit wurden diese während der Kulturrevolution von den Roten Garden verschont. Alles ist bereits großzügig ausgebaut für den Ansturm zukünftiger Besuchermassen. Unvergesslich in einer Pagode eine riesige Figur des „Schlafenden Buddha“ in seiner abgeklärten Ruhe und Schlichtheit, - samt lebensfrohen Lippen…
Hans Werner von WedemeyerÂ
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH AUCH AUS FREIBURG!!!
25.07.2008


