Bus-Tour in Echtzeit verfolgen

Wo übernachten die Reisegäste heute? Steht der Bus lange an der Grenze? Kommt die Gruppe zügig voran? Verfolgen Sie die Route des roten Avanti-Busses in Echtzeit auf der Landkarte! Mit einem Klick auf das Bild kommen Sie direkt zur Live-Ortung. Sie können in der Ansicht zwischen Karte und Satellitenbild wählen. Bitte beachten Sie folgendes: Die Positionsübermittlung kann nur in Ländern gewährleistet werden, in denen die technischen (Mobilfunk, Kartenmaterial etc.) und gesetzlichen Voraussetzungen gegeben sind. Es kann daher in einigen Transitländern vorkommen, dass unser Bus nicht visualisiert werden kann. Schauen Sie am Besten regelmäßig vorbei.
 
hier geht's zur Live-Ortung

Monatsarchiv für Juli 2008

athen-peking

0,20 yuan für eine Plastiktüte

Als ich vom 22. Stockwerk unseres Hotels den flüssigen Verkehr auf dem zentralen Platz der Drei-Millionen-Stadt Lanzhou beobachtete, war es mir bewusst, dass es bald unruhig wird auf dieser Kreuzung. Übermorgen werden sicher eine Menge von Autos

unterwegs sein.

Hier am Ufer des“ Gelben Fluss“, in der Provinz Gansu, lebten Mitte des vorigen Jahrhunderts weniger als 200 000 Menschen. Diese Stadt, in der vor 10 Jahren der Himmel noch grau über den Hochhäusern hing, ist ein gutes Beispiel wie China nicht nur den Weg in die Modernität eingeschlagen hat, sondern auch dabei die vielen Naturprobleme dieser gigantischen Fluß-Berg- und Wüstenlandschaften zu bewältigen weiß . Und das geschieht deutlich unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit.

Eine große Anzahl von Wasserkraftwerken liefern genügende elektrische Energie für mehrere Regionen. Die Täler wurden fruchtbar gemacht, die Abhänge werden wieder aufgeforstet; es wurde möglich dank eines uralten unterirdischen Bewässerungssystems, “karez“ dass sich seit 2000 Jahren in ganz China bewährt hat.

Auch im Alltag stellen wir fest, dass die Ökologie hier sich auch einen Weg bahnt. In den Hotels wird wie bei uns auf die Kostbarkeit des Wassers hingewiesen. Ein “neues” chinesiches Sprichwort sagt“ When there is the last drop of water left on the earth, it will be our tears“. Überall brennen die Energiesparlampen; die Plastikflaschen werden recycelt. Und die größte positive Überraschung erlebte ich an der Kasse eines großen Supermarktes, wo die Plastiktüte nur gegen die Bezahlung von 0,20 yuan ( entspricht etwa 2 cents ) zu haben ist.

In größeren Städten verfügen längst die Radfahrer über eigenen Spuren. Sie werden in der Mittagshitze gern benutzt, da sie von immer grünen Bäumen gesäumt sind.

Immer wieder mal ein Fotostopp in der „größten“ Windparkanlage Chinas. Oder für Fotovoltaik auf Dächern. Und Solarzellen für warmes Wasser.

Was bei uns daheim offiziell gefördert wird und nicht immer die totale Akzeptanz der Leute hat, wirkt in unseren Augen in China fremd!

Wir durchfahren den Norden Chinas seit bald einem Monat, wir werden trotzdem dieses Land nicht kennen, aber eines steht fest: Je mehr wir fahren, desto mehr lösen wir uns von den mitgebrachten Klischees.

Und der Himmel über Lanzhou strahlt wieder blau.

athen-peking

Seide ist silk, ist soie, ist seta….

Die letzten Tage wurde im Bus eine Unzufriedenheit spürbar: „Wo bleibt die Seide?“ fragten mehrere von uns. In der Tat, die offizielle Seidenstrasse ging zu ende in Xi’An - das alte Rom Chinas genannt- und wir hatten unsere ganz natürliche menschliche Sehnsucht, uns mit Seidetüchern o. Hemden einzuhüllen, noch nicht befriedigen können.

Guides sind raffinierte Menschenkenner: Ein Tag später besichtigten wir eine Seidenfabrik mit direktem Verkauf für Chinesen. Obwohl unser Tag überfüllt mit touristischen Höhepunkten war und das heiß-feuchtes Wetter uns bei der Besichtigung der Terrakotta-Armee zu schaffen machte, fühlten wir uns plötzlich leicht wie Seide.

Männer wie Frauen.

Viele Legenden ranken sich um den geschmeidigsten Faden der Welt, aber alle gehen auf eine Frau zurück. Es konnte nur eine Kaiserin sein. Ihr Name: Lei Zu. Bei einem ihrer alltäglichen Spaziergängen erschrak sie vor einer Schlange und flüchtete auf einen Maulbeerbaum, wo sie Zeit hatte die haudünnen Fäden einer Raupe zu entdecken. Über die Grenzen Chinas soll die Seidenraupe in die Frisur einer Prinzessin geschmuggelt gewesen sein.

Geplant wurde die Seidenstrasse als Strasse nicht. Sie ergab sich aus vielen Wegen, Pfaden: über Berge, durch Täler, Wüsten entlang. Völker, Entdecker, Eroberer, Schmuggler, Religionen waren unterwegs. Nomaden waren damals auch auf einen bestimmten Weg festgelegt.

Erst 1877 wurde sie getauft - von einem Deutschen- der Name klang verheißungsvoll.

Heute noch regt er- genauso wie der hauchdünne Stoff- die Fantasie der Menschen.

Und mit den Wörtern von Freya Stark, einer berühmten Weltbummlerin – meine Impressionen über die Seidenstrasse zu beenden“ es war pures Vergnügen“.

Pierrette Stephan-letondor

Entweder kaufen (riesig, tolle Fotos, Reiseverlauf - einfach perfekt!) oder hier nachlesen:

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/441223

… und am Samstag sind die Buschinesen in der taz :-)

athen-peking

China - auch ein Land der Gegensätze

So nehme jedenfalls ich dieses Land wahr. Ein Gegensatz, sich ständig wiederholend während unserer Busfahrten durch Chinas Westen, gibt die Natur vor: Übergangslos geht nach kilometerlanger Fahrt die Sand-, Geröll- oder Steppenwüste in eine blühende Landschaft über, landwirtschaftlich intensiv genützt. Es ist das Wassser, das Oasen wie Turfan und Dunhuang möglich macht. Das Wasser, das aus den Bergen kommend seit zwei Jahrtausenden ausgeklügelt verteilt wird.  Tradition und Moderne stoßen überall hart aufeinander. Die Bauern fahren mit klapprigen Eselkarren das Obst ind die Stadt, wo Autos das Überqueren der Straße zum Abenteuer machen.  Sieht man am Stadtrand noch niedrige, aus Stroh und Lehm gebaute Häuser, so steht 500 Meter weiter der Glaspalast der Bank of China oder der China Telekom  Stahlwerke, chemische Fabriken einerseits, andererseits wird das Getreide mit der Handsichel geschnitten und die Spreu trennt der Wind vom Weizen. Ab und zu noch Kleinhandwerk auf dem Bürgersteig, da steht eine Nähmaschine, dort werden Reifen geflickt, gleich daneben zahllose Schuhgeschäfte mit Angeboten, die auch in Stuttgart zu finden sind.  Diese Gegensätze wird es wohl nicht mehr lange geben, das moderne China, was gleichzeitig auch “gesichtslos” bedeutet, breitet sich unaufhaltsam aus.  Am Rande der Städte entstehen Wohnkomplexe, ein Block eng am nächsten. Für viele Menschen, ist eine Wohnung hier sicher ein Glücksfall, wenn sie vom Lande in die Stadt gehen. Wir sehen eher die Bausünden, die auch bei uns begangen wurden.  Einerseits sieht man in den Städten, dass ständig gefegt wird, die Straßenränder sind blitzsauber, andererseits spotten gewisse Örtchen in Restaurants jeder Beschreibung.  Eines aber kommt uns sehr bekannt vor: Auch die Chinesen können sich ein Leben ohne Handy nicht mehr vorstellen.    Elke   

athen-peking

Eine “singende” Fußmassage

Marco Polo schrieb, dass  auf der Seidenstraße im Nordosten von China hohe Sanddünen aus der Geröllwüste herausragen und dass sie „singen“. Man höre Trommeln und verschiedene Musikinstrumente erklingen in dieser imposanten Sandwüste wie aus dem Bilderbuch, die sich über 800 Quadratkilometer erstreckt. 

Wir machten einen zweitägigen Stop an dem inzwischen wieder sehr belebten Ort Dunhuang, der auf Grund seiner Geographie eine strategische Rolle an der Seidenstraße spielte.

Ich versuchte die damals von vielen Reisenden erlauschte Sandmelodie zu vernehmen; ich hörte nichts außer der tiefen Ruhe des Sandes.

Etwas frustriert entschied ich mich für eine Fußmassage in unserem Hotel. Ich bekam ein junges Mädchen mit sanften Händen. Und einer warmen Stimme. Da keine sprachliche Verständigung zwischen uns beiden möglich war, fing sie an zu singen. Ihre Stimme klang ganz anderes als die schrillen, dünnen, hohen Stimmen der Chinesinnen, die ich bis jetzt  entweder von Platten oder aus dem Fernsehen kannte. Melodiöse Lieder waren es; sie hörten sich sehr poetisch an, leicht melancholisch. Vielleicht Liebesballaden? Ihre Augen leuchteten vor Freude, als ob sie mir etwas Schönes  mitteilte. Oder nur sagen wollte, wie gerne sie singe.

Plötzlich fühlte ich mich ihr gegenüber verpflichtet und begann auch ein paar Liedchen zu trällern, in meiner Muttersprache Französisch. Und das Fräulein hörte zu. Ich hatte das Gefühl, weniger Analphabet zu sein, ein Gefühl, dass wir alle seit Istanbul quasi  haben: Wir können die Schilder nicht mehr lesen und  wir können uns nicht mehr verständigen. Niemand spricht Englisch.

Als nach einer guten Stunde die Fußmassage beendet war, holte meine Masseuse ihren IPod aus ihrer Tasche und ließ ihren momentanen Lieblingssong laufen. Sie teilte ihre Begeisterung mit,  ich nahm an ihrer Träumerei teil…

Als ich danach von der riesigen Hochterrasse des Hotels aus versuchte, die Konturen der Sanddünen durch die Nacht zu erblicken, ertönte eine Melodie aus den Sandhügeln.

Pierrette Stephan-Letondor

athen-peking

Essen in China, die Zweite

p1040899.jpg 

Schon seit dem ersten Tag sind wir überrascht über die Vielfältigkeit der Speisen.
Verschiedene Vorspeisen, Fleisch-, Fisch-, Gemüse- und Nudelgerichte werden aufgetischt und jeder probiert mit seinen Stäbchen – Besteck ist rar – etwas zu ergattern. Des Öfteren hat der eine oder andere doch einige Flecken auf seiner Kleidung. Linus, unser Reiseleiter, sucht uns täglich die Restaurants und die Gerichte aus. Dabei wurden wir bis jetzt noch nie enttäuscht. Es werden uns zwischen neun und fünfzehn verschiedene Gerichte serviert und die Platten werden eifrig leergeputzt. So etwa ist in China aber nicht Sitte. Anstandshalber sollte man heir immer etwas übriglassen - als Anerkennung, dass das Essen gut und reichlich war.

Hier in Jiayuguan hatten wir ein besonders Erlebnis. Aus dem Hühnchengericht schaute doch tatsächlich ein geschmorter Hühnerfuß heraus. Das war nun doch nicht jedermanns Sache. Ich fragte unseren chinesischen Reiseleiter Xiao Ping, auf Englisch, ob er den „chicken foot“ essen würde. Darauf lachte er nur und meinte , dass mit “chicken „ hier nur „leichte Mädchen“ gemeint wären. Aber den Hühnerfuß aß er trotzdem mit Genuß.

Lucia “Jiayuguan” Koßmann, 21.7.08

athen-peking

Eloge an ein saftiges Früchtchen

img_2224.JPG   Lob der Wassermelone

Der rote Faden unserer Seidenstraße ist nicht, wie man meinen könnte, die Seide, sondern die Wassermelone. Von Beginn an begleitet uns die grüne, eierförmige, mehrkiloschwere Frucht. Aufgeschnitten leuchtet dann ihr saftiges tiefrotes Fleisch am Straßenrand und lacht dem durstigen Passanten zu: Komm und lutsch’ mich aus!

In Griechenland häufen  sich  die Wassermelonen zu Füßen der nackten Göttinnen; in Anatolien werden sie auf klapprigen, von Eseln gezogenen Karren, zu stark befahrenen Kreuzungen gebracht;  in Teheran verleihen sie der „schwarzen Stadt“ fröhliche Farbtupfer.

In den ehemaligen Republiken der Sowjetunion  gelten sie als Vorspeise. Mit Ziegenkäse und Fladenbrot  waren sie des Öfteren obligatorischer Bestandteil unserer frugalen Mittagsessen. Schattige Rast fanden wir in der Wüstenlandschaft fast ausnahmsweise vor Moscheen, wo wir willkommen waren. In der nordwestlichen Provinz Chinas liegen sie auf den orientalischen Marktständen neben den feinen, leichten, kostbaren Seidentüchern.

Sag mir wie Du mit der Wassermelone umgehst, dann werde ich dir sagen“ wer du bist“. Auf unserer 16.000 Kilometer langen, sehr heißen “Wassermelonenstraße“ ein treuer Faden.

Pierrette Stephan-Letondor

(mit Lieblings-Wassermelonen-Foto von Sigrid - an einer Straßenecke in Istanbul entdeckt auf der Rückfahrt aus Isfahan im roten Bus, Juni 2005)

athen-peking

Jiayuguan, 21. Juli 2008

Fotos von Roland Lorenz:

p1050944.jpgp1050989.jpgp1060001.jpgp1060011.jpgp1060020.jpgp1060036.jpgp1060038.jpgp1060041.jpgp1060045.jpgp1060046.jpgp1060069.jpgp1060071.jpgp1060085.jpgp1060086.jpgp1060099.jpgp1060114.jpgp1060118.jpgp1060127.jpgp1060129.jpgp1060136.jpg 

athen-peking

Essen in China, die Erste

Essen in China – nicht immer einfach. Heute nach Erklettern der chinesischen Mauer hungrig, rasch um 14.25 Uhr ins Hotelrestaurant (das um 14.30 Uhr angeblich schließt, wie angeschrieben steht). Englischsprachige Karte? Ja. Peter und ich suchen uns was Schnelles aus – Nudeln. Ich „fried noodles“ auf Spieß, er (natürlich!) „dreierlei Nudeln“ auf Spieß. Und  bitte „kaltes“ Bier. O.K. Das Bier kommt rasch. Statt der Nudeln kommt nach 30 Minuten die Bedienung: Nudeln is nich – weder „fried“ noch „dreierlei“ mit Spieß – dafür aber „Noodles vegetables“. Auch gut, denke ich, während Peter lieber auf Ente umschaltet. Mittlerweile sitzen auch Ina und Hans-Peter am Tisch, haben Hammeleintopf und irgendeine Ente geordert. Als erstes  kommt der Hammel, dann die eine, später die andere Ente. Noodles is immer noch nich. Also  ein zweites „kaltes“ Bier. Kommt rasch. Hammeleintopf mittlerweile zu zwei Dritteln geleert, die beiden Enten zur Gänze. Auch meine zweite Flasche ziemlich. Keine Noodles. Ich winke die Bedienung herbei, sie kommen zu viert, oder zu fünft? Ich werde energisch und verweise mit Händen und Füßen auf meine leeren Teller und Magen. Lachen allenthalben (das chinesische „ChaChaCha“), aber auch körpersprachlich Schuldbewußtsein (Senken des Kopfes). Noch zehn Minuten, verstehe ich die Botschaft. 15.40 Uhr: Ein Topf voller Nudeln mit Gemüse – wow! Ich mache mich mit meinen Stäbchen darüber her, wobei die drei – ihrerseits vor leeren Tellern und gesättigt – Zeit und Muße haben, meine mitunter vergeblichen Versuche hämisch zu begleiten.  Nun ja, am Ende war auch ich saturiert.

Übrigens, was das Trinken angeht, waren wir mit unserem „kalten“ Bier ganz gut dran. Ina und Hans-Peter wollten es partout wieder mal mit  Wein versuchen. „Kalter“ Weißwein? Is nich. Rotwein schon, aber nicht „kühl“, sondern zimmerwarm, was in diesen Breitengraden bedeutet: bestenfalls 25 Grad. (Kennen wir schon, war in keinem chinesischen Hotel oder Restaurant bislang anders.) Nun wissen wir auch, wie das die Chinesen machen: Ina und Hans-Peter  bekommen zu ihrem Roten einen Pott mit Eiswürfeln – rin in den Roten, so wie bei uns daheim in den Whisky. Geht doch auch, oder? (Bitte nicht im Kaiserstuhl weiter sagen!)

Rosch

athen-peking

Dunhuang, 20. Juli 2008

Fotos von Roland Lorenz:

p1050863.jpgp1050869.jpgp1050872.jpgp1050875.jpgp1050881.jpgp1050891.jpgp1050894.jpgp1050905.jpgp1050912.jpgp1050914.jpgp1050915.jpgp1050919.jpgp1050920.jpgp1050921.jpgp1050924.jpgp1050926.jpgp1050929.jpgp1050931.jpgp1050933.jpg 

« Vorherige Einträge - Nächste Einträge »