Bus-Tour in Echtzeit verfolgen

Wo übernachten die Reisegäste heute? Steht der Bus lange an der Grenze? Kommt die Gruppe zügig voran? Verfolgen Sie die Route des roten Avanti-Busses in Echtzeit auf der Landkarte! Mit einem Klick auf das Bild kommen Sie direkt zur Live-Ortung. Sie können in der Ansicht zwischen Karte und Satellitenbild wählen. Bitte beachten Sie folgendes: Die Positionsübermittlung kann nur in Ländern gewährleistet werden, in denen die technischen (Mobilfunk, Kartenmaterial etc.) und gesetzlichen Voraussetzungen gegeben sind. Es kann daher in einigen Transitländern vorkommen, dass unser Bus nicht visualisiert werden kann. Schauen Sie am Besten regelmäßig vorbei.
 
hier geht's zur Live-Ortung

athen-peking

Ein paar Worte zum Bus

Ich muss noch ein paar Worte zum Bus verlieren, denn ich bin oft gefragt worden, und werde immer noch gefragt, ob das denn sein musste, solch ein teures Luxusfahrzeug zu kaufen, und dann auch noch gleich zwei davon, denn ursprünglich war ich davon ausgegangen, mit zwei Bussen zu fahren, und nicht nur mit einem. Letztendlich hatten die Buchungen von “nur” 28 Teilnehmern, die beiden Teilstrecken eingerechnet, nur dazu gereicht, mit einem Bus nach Peking nach Peking zu fahren. Lange Zeit hatte ich mit 50 Teilnehmern auf zwei Busse verteilt gerechnet. Aber egal, das andere, baugleiche Fahrzeug ist ebenfalls im Einsatz, gerade in Griechenland mit Stefan Reif am Steuer auf der Sommertour, und nach dieser Reise bin ich überzeugter denn je, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Der ferrarirote Reisebus von Setra mit der Bezeichnung 415 HDH hat die Reise nach Peking nahezu unbeschadet überstanden. Tag für Tag hat er klaglos seinen Dienst verrichtet, es gab keine Pannen, keine Aussetzer, nichts, gar nichts, das auf diesem Langstreckentest über 30.000 Kilometer aufgetreten wäre. Wir haben dem Bus das Härteste zugemutet. Fahrstrecken, denen kein Bus in seinem langen Leben sonst jemals ausgesetzt ist. Viele tausende Kilometer über Rüttelstrecken, wie sie sonst nicht einmal Versuchsfahrzeugen vorbehalten sind. Es hat gerattert und geschüttelt, das Fahrwerk und der Innenraum waren höchsten Belastungen ausgesetzt.
Bodenwellen, die kaum zu sehen waren, Löcher, die härteste Schläge austeilten. Aber es gab nichts. Einfach nichts an dem Bus, das er nicht locker weggesteckt hätte. Doch, zwei Birnchen der Leselampen mussten wir wechseln, und einen Plattfuß hatten wir in Samarkand… Das war alles. 30.000 km absoluter Langstrecken-Härtetest. 
Dazu kamen Temperaturen von bis zu 48 Grad im Schatten, und der Innenraum blieb wohltemperiert bei 23 Grad Komforttemperatur. 
Der Gesamtverbrauch auf dem Hinweg Freiburg - Peking über 16.300 Kilometer betrug 30,5 l/100 km, und das mit vielen spritschluckenden Nebenstraßen (wir konnten das ja im Display immer genau verfolgen), stundenlangem Kriechen in Baustellen (wenn die Chinesen bauen, dann immer gleich richtig über viele Hundert Kilometer) und Standzeiten, in denen wir die Klimaanlage und folglich den Motor immer wieder laufen lassen mussten, um die Fahrgäste nach einer Besichtigung nicht einen Hitzschlag im Bus erleiden zu lassen. Bei der Leerrückfahrt sind wir nach knapp 11.000 Kilometer hinter Peking mittlerweile in Griechenland bei einem Gesamtschnitt von 25,7 l/100 km. 
Der Wendekreis durch die dritte, mitlenkende Achse ist so klein, dass man meint, einen PKW zu fahren! Wie oft haben wir - ohne zurücksetzen zu müssen - irgendwo gewendet oder  uns durchgefädelt wie mit einem Kleinbus. 
Egal, wo wir hinkamen, mit diesem Bus standen wir immer sofort im Mittelpunkt des Geschehens. Busfahrer waren immer die Ersten, die um das Fahrzeug drängelten. Bei fast jedem Stopp schleusten wir Neugierige durch den Fahrzeuginnenraum. Viele Tausend Menschen studierten die Landkarte, die aufgeklebt ist, Hunderte fotografierten sich gegenseitig vor dem Fahrzeug.  Polizisten hielten uns an aus reiner Neugier. Andere Polizisten waren so perplex, dass sie uns mit offenem Mund durchwinkten. Kein Grenzer, und wenn er noch so unangenehm war, der sich nicht anerkennend über den Bus geäußert hätte.
Nicht nur wir Fahrer oder Passanten, gerade auch die Fahrgäste waren begeistert, und deren Urteil ist ja noch wichtiger als das, was wir Fahrer toll finden. Alle sprachen nur vom “rollenden Wohnzimmer”, lobten den Sitzkomfort, der sie auch tagelanges Fahren problemlos überstehen ließ. Auch der große Sitzabstand  (5 Sterne) stieß bei den meisten auf große Zustimmung, nur die etwas kleiner Gewachsenen monierten, dass die Sitze so weit weg waren, dass sie nicht die Fußstützen nutzen konnten. Ein Luxusproblem also! Von vornherein hatte ich die Teilnehmerzahl beschränkt, damit nicht jeder Platz besetzt sein würde und auch etwas “Luft” geboten wurde, wenn man mal alleine sitzen wollte oder Abstand brauchte. So, wie ich das auch bei den Reisen nach Andalusien, Griechenland, in die Türkei, Libyen oder den Iran handhabe. Mit uns Fahrern, Reiseleitern und gelegentlicher journalistischer Begleitung waren es maximal 30 Personen, die mitfuhren. Bei den 40 Plätzen, die bei dem riesigen Sitzabstand und den beiden vis-a-vis-Tischen zur Verfügung standen, hatten wir also immer genügend freie Plätze, wenn sich jemand etwas ausbreiten musste.  
Ein Steinschlag auf der Strecke von Turfan nach Urumqi, der zu einem Riss in der Frontscheibe führte und die Einritzungen im  Lack der kasachischen Vandalen ist alles, was der Bus davongetragen hat. Ach ja: Einmal hab ich in einer Baustelle in China mit der Frontschürze ein bisschen den Boden gekratzt, weil ich das Fahrzeug vor einem Loch nicht rechtzeitig angehoben hatte, aber das merkt niemand, wenn wir da etwas rote Farbe drübergepinselt haben. 

Dazu kommt, dass die Betreuung im Vorfeld und während der Reise durch die Setra-Leute absolut perfekt ablief. Von dem Tage an, an dem ich mich zu einem ersten Gespräch mit Herrn Kuckluck, dem für mich zuständigen Gebietsverkäufer traf, und ihm skizzierte, was ich vorhatte. Wie ich nach Ulm zur Setra-Geschäftsleitung unter Vorsitz von Herrn Staib geladen wurde und Herrn Staibs Augen zu leuchten begannen, als ich von meinen Plänen der Pekingreise erzählte. Wie er mir ausmalte, mit welchen zusätzlichen Neuerungen ich bei diesen Fahrzeugen rechnen könne, da gerade ein Modellwechsel anstand. Den neuen Euro-5-Motoren zum Beispiel, die damals noch Zukunftsmusik waren und bereits die Abgasnormen der nächsten Motorengeneration erfüllten. Oder dem noch sichereren Fahrerarbeitsplatz. Und den vielen anderen Neuerungen und Verbesserungen. Wie die beiden Fahrzeuge exakt meinen Wünschen entsprechend gebaut wurden und im Februar termingerecht feierlich übergeben wurden. Wie der Pekingbus noch einmal durchgecheckt wurde und wir mit Anatoli Reklin einen genialen Mechatroniker dabei hatten, der die Gruppe auch menschlich bereicherte, und dessen  Fachkenntnis nur ein einziges Mal gebraucht wurde, als ich mich in Istanbul unter einer Brücke festgefahren hatte - weil ich ich auf den türkischen Reiseleiter verließ, anstatt auf meine Erfahrung und Ortskenntnis zu vertrauen. Und dann gab es noch einen großen Empfang durch die Daimler-Leute in Peking (Setra ist die Premium-Busmarke im Daimler-Konzern) im Paulaner-Biergarten des Kempinski-Hotels. Ich weiss noch, wie ich immer geschimpft hatte, wenn Mitreisende während einer Reise zwischendurch nach deutschem Essen verlangten: Nach diesen zehn Wochen war ICH derjenige, der sich auf die Brezeln gestürzt hat, und auf Bratwurst und Schnitzel. Das ist gerade mal gute zwei Wochen her - und schon sooo weit weg. 
“Scheff”, sagte Alain ein paar Mal unterwegs, “da hast Du wirklich ein süper Büs gekauft!” Das will was heißen. Danke Alain, Danke Setra

Hans-Peter Christoph

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu schreiben.