Bus-Tour in Echtzeit verfolgen

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Archiv für das Tag 'Ararat'

Zwischenhalte für „nur“ 3 Stunden an der Grenze und, für „zugelassene 25 Minuten“ in dem Wallfahrtsort der Armenischen Kirche in Qareh Kelisa (der „schwarzen Kirche“) in der sich jährlich im Juli Tausende Gläubige aus der ganzen Welt treffen.

Ein Frühaufstehen und die „zügige“ Abwicklung an der Grenze ermöglichten uns die Wahrnehmung dieses ungeplanten Besuchs-Erlebnisses besonderer Art:
Auf kleinem Sträßchen, fernab allen Durchgangsverkehrs und nach eleganter Umschiffung bizarrster Felsformationen, nah und sicher an manchen Abgründen vorbei, eröffnet sich uns ein in sanften Kulissen geschwungenes Gebirgstal. Schafherden zwischen grauen Dörfern deren Flachdächer sie mit der kargen Landschaft innig vereinen. Integriert in einen Bergsattel erhebt sich danach vor uns die Klosteranlage des heiligen Märtyrers Thaddäus, eines der 12 Jünger Jesu (auch als Judas, Sohn des Jakobus, - nicht der Ischariot - bezeichnet).

Die niedrigen Türme mit spitzen Helmen überragen die hohen Klostermauern. Die ganze Anlage ist großzügig gestaltet. Laufende Renovierungsarbeiten lassen hoffen, dass ein noch stärkerer Verfall zumindest eingedämmt wird und Besuchern weiterhin ermöglicht, sich der Geschichte dieses Apostels anzunähern

Im ganzen Neuen Testament der Bibel erfüllt er nur ein einziges Mal, als Fragesteller zu einem zentralen Thema der Christenheit, seine Rolle:  “Warum willst Du, Herr, Dich nur uns und nicht der ganzen Welt in Deiner Herrlichkeit offenbaren?”

Jesus gab darauf eine mehr als 50 Verse, umfassende Antwort über die Liebe, die als ein Vermächtnis verstanden werden kann. Zentral dabei drei Komplexe.
1) Meine Erlösung, sagt Jesus, mein Friede, den ich bringe, sieht anders aus, als ihr euch das jetzt vorstellt: „…euer Herz erschrecke und fürchte sich nicht…“
2) Im Gleichnis vom Weinstock und seinen Früchten: „…wer in mir bleibet und ich in ihm…“ beschreibt er die Spiritualität der alles umfassenden Liebe - (und dies sogar in Verbindung mit Wein, den wir nun für eine Reihe von Tagen entbehren müssen!).
3) Es ist notwendig, sagt Jesus, dass ich jetzt von euch weggehe, - in den Tod , - damit ihr mein Wort von der Liebe in alle Welt tragt.

Nun, dies hat dann Thaddäus, vertrieben aus Palästina, auch getan, hier im Reich des Königs Abgar von Edessa, den er heilte und überzeugte christlich samt seiner Tochter Sandokh, dem Hofstaat und schließlich auch weitgehend dem Volk. Der Nachfolger des Königs ließ jedoch dann wiederum alle die umbringen, die dem Glauben nicht abschworen, so auch die Königstochter und Thaddäus. Die armenischen Christen sind im Lauf ihrer Geschichte dann des Öfteren entsetzlich verfolgt worden.

An diesem Ort werden nun Thaddäus und Sandokh verehrt. Die armenische Kirche hat lt. einem Staatsvertrag noch heute während der Festtage alleinige Polizeigewalt im Bereich der Klosteranlage, die ansonsten anscheinend nicht kirchlich genutzt wird. Manche von uns haben es bedauert, dass sie keine Kerzen zum Entzünden mitbrachten. Der Kirche ist trotz ihrer verschiedenen Baustadien ein sehr beeindruckendes, geschlossenes, geistliches Bauwerk mit vielen steinernen Reliefs mit Ornamenten, Heiligen-Darstellungen und einem hinreißend schönen Flechtband, das sich außen rund um die ganze Kirche zieht, samt zwei, in Kirchen seit jeher bis heute völlig unüblichen (!) Liebesszenen die unser aller Herzen erfreute!

Ja, die Liebe…

Werner von Wedemeyer

athen-peking

Erzurum-Dogubayazit

Nach verspäteter Abfahrt aus Erzurum - wir warteten am Busbahnhof auf den berühmten Harnstoff, der mit einem Linienbus aus Istanbul zwischen 10 und 10.30 Uhr geliefert werden sollte, 120 kg, die dann doch nicht eintrafen, da der Bus sie wegen Überladung nicht mitnehmen konnte - ging es weiter gen Osten mit Tagesziel Dogubayazit. Weiter durch das archaische anatolische Hochland, noch kärglicher und menschenleerer als auf der Etappe bis Erzurum. Einfachste Steinhütten mit und ohne Blechdach mit Kuhdungstapeln davor, meistens mit Elektrizitätsleitungen und Brunnen versorgt. Große Rinder- und Schafsherden auf den saftig grünen Talwiesen und Hängen, zauberhafte Blumenfelder und -inseln, die wohl seit altersher die Farbe für die naturgefärbten Teppiche liefern.

Für heute war unser erstes Picknick angesagt. In der Nähe der Ortschaft Agri auf ca. 1.600 m  fanden unsere Captains einen malerischen Wiesengrund entlang eines Flüßchens und einer Furt. Im Nu hatten die Routiniers Hans-Peter, Alain und Ina die Köstlichkeiten auf einer Picknickdecke ausgebreitet. Viele Hände halfen beim Schneiden, Schälen und Anrichten, wobei sich Hans-Peter mit seiner Enoteca-Erfahrung und seinem großen Messer aus Konya besonders verdient machte. Das Gelage konnte beginnen:

- Riesige Fladenbrote, anatolischer Schafs- und Hartkäse, anatolische Wurst, Tomaten, Gurken, Paprika, Melonen, Oliven, Kirschen und Aprikosen von den Märkten in Erzurum.

- angereichert durch Schwarzwälder Schinkenspeck, Olivenöl mit Knoblauchscheibchen aus Gialova (Griechenland), Salz vom Cabo de Gata
(Spanien)

- angerichtet auf der großen Picknickdecke aus Erzurum, serviert auf deutschen Buchenholz- und griechischen Olivenholzbrettchen sowie Olivenholzschalen aus Katalonien

Das ist AVANTI-Stil !!!

- Wasser und die verbliebenen geistigen Getränke, die angesichts der nahen iranischen Grenze “vernichtet” werden mussten:

1 Flasche Spätburgunder Rotwein aus Oberschopfheim von Hans-Peters
Götti (badisch für Patentante) und griechischer Weißwein, den uns - wie kann es anders sein - YORGOS empfohlen hatte. Als Digestif Schweizer Grappa aus einem edlen Flachmann von unserem einzigen Schweizer Reiseteilnehmer Nicklaus.

Nebenbei erlebten wir den Alltag der Dorfbewohner. An einer flachen breiten Stelle des Flüsschens wusch eine Großfamilie viele Teppiche mit Schrubber, Füßen, Waschmittel und legte sie zum Trocknen über die Büsche. Eine Bauernfamilie kam mit dem beladenen Eselswagen den Hang herunter und durchquerte langsam die Furt.
Gut gesättigt und hochzufrieden setzten wir unsere Fahrt fort - in freudiger Erwartung des ersten Anblicks des legendären, schneebedeckten Ararats.

Heidrun

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