Bus-Tour in Echtzeit verfolgen

Wo übernachten die Reisegäste heute? Steht der Bus lange an der Grenze? Kommt die Gruppe zügig voran? Verfolgen Sie die Route des roten Avanti-Busses in Echtzeit auf der Landkarte! Mit einem Klick auf das Bild kommen Sie direkt zur Live-Ortung. Sie können in der Ansicht zwischen Karte und Satellitenbild wählen. Bitte beachten Sie folgendes: Die Positionsübermittlung kann nur in Ländern gewährleistet werden, in denen die technischen (Mobilfunk, Kartenmaterial etc.) und gesetzlichen Voraussetzungen gegeben sind. Es kann daher in einigen Transitländern vorkommen, dass unser Bus nicht visualisiert werden kann. Schauen Sie am Besten regelmäßig vorbei.
 
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Der Bus und wir

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„Im Mittelpunkt steht der Mensch“ war einst ein Lieblingsspruch von Helmut Kohl. Wir Avanti-Reisenden sehen die Welt  anders – „im Mittelpunkt steht der Bus“!  Wir wissen mittlerweile alles über unser(en) Gefährt(en): Wenn er nur 23 Liter Diesel auf 100 km verbraucht, freuen wir uns. Bei 35 Litern infolge von Stop-and-Go leiden wir mit Anatoli mit – denn „seinen“ Bus zeichnet doch gerade der niedrige Verbrauch aus. Wenn er steht, der Bus, wird der Motor ausgeschaltet  (und damit zugleich die Klimaanlage), denn auch Alain will  „seinem“ Bus  eine günstige Verbrauchsstatistik erhalten, die durch eine – aus seiner Sicht - unnötige Energieverschwendung in die Höhe getrieben würde. Wir zögen eigentlich angesichts von 40 Grad draußen hier drinnen Kühle vor, haben aber längst die eigene Befindlichkeit  den höheren Zielen untergeordnet. „Wie geht es dem Bus“, fragte die Moderatorin in einem der Radiobeiträge, die dem Bus – Verzeihung: uns im Bus - heute vorgespielt wurden. „Gut geht es dem Bus“, meinte der Reporter.

Wir haben verinnerlicht, wann es dem  Bus gut geht:  Wenn sein Tank genügend Harnstoff hat (in Anatolien wurden ziemliche Klimmzüge veranstaltet, um diesen raren Stoff herbei zu schaffen). Wir fühlten mit, als der Rote einen Platten hatte, als er einmal stecken blieb oder wenn er wieder mal  in ein tiefes Schlagloch krachte. Alain kehrt Hans-Werner mit dem Handbesen ab, wenn dieser  völlig  staubig von der Erkundung eines Erdlochs zurückkehrt, und uns gebietet Alain unsere Schuhe nur ja abzuputzen, denn in „seinem“ Bus duldet er keinen Schmutz.

Überhaupt: „Ihr“ Bus muss sauber sein, dafür sorgen Hans-Peter und Alain regelmäßig mit Wasserschlauch und Bürste, und wir dürfen am Morgen erst eine Viertelstunde vor Abfahrt am Bus auftauchen, vorher wollen Alain und Hans-Peter im trauten Tête-à-Tête  mit „ihrem“ Bus allein sein – samt Staubsauger. Kein Pressefoto, auf dem nicht der rote Avanti-Bus zu sehen ist – zwischen Kamelköpfen, vor dem Sultanspalast, auf dem Isfahaner Khomeini-Platz. „Im Mittelpunkt steht der Bus“, dafür wird gesorgt. Nachdem wir heute viele Reportagen über diese Reise gelesen und gehört hatten, fragte Niklaus: „Und wo bleiben eigentlich wir?“ „Wir sind die Sättigungsbeilage“, meinte Lucia –  da haben wir alle laut gelacht, und ich nahm das Notebook aus der Gepäckablage und schrieb diesen Blog.  Voilà.

Rosch

athen-peking

Das doppelte Abenteuer am 12. Juni

FFG*. Nach Balzac geht eine Frau immer auf die 30 zu – nur aus verschiedenen Richtungen. Unsere Richtung ist heute Asien. “Das Abenteuer fängt an”, wiederholt einstimmig die Gruppe. Ich entscheide mich für das doppelte “Risiko”: Asien und den Club der 60er. Die prachtvolle Sicht  über die Bucht von Istanbul vom feinem Restaurant leb-i-derya aus ließ gestern Abend der Melancholie, der Nostalgie, den „regrets“ keinen Raum. So entsteht kein Stau im Fluss des Lebens.

Gegen 10 Uhr passieren wir die neue Brücke, die Europa und Asien verbindet.

Der Straßenrand blüht blau, violett, gelb, rot. Der Bus hält auf unsere Bitte, wir wollen fotografieren. Helmkraut, Natternkopf, Rutenkraut, Bischofskraut, Klatschmohn und Kornblumen sind die Hauptmotive. In dieser farbigen Hochebene soll Cäsar gesagt haben “Veni.Vidi.Vici.”

Sicher ist, dass  unsere Carola zwischendurch fragte: “Wer hat schon gesagt, es ist langweilig im Bus zu fahren?” Wir sind alle happy,  den Tag im  sehr bequemen Bus zu verbringen. Wir lesen, plaudern, schlafen, hören Musik, trinken deutschen Kaffee. Jede/r für sich oder alle zusammen. Und das Pontusgebirge  raubt bald unsere ganze Aufmerksamkeit: wechselnde Landschaft mit hohen Bergen, satten grünen Reisfeldern!!! Ein großer Teil unserer Haselnussimporte kommt hierher. Es ist eine sehr fruchtbare Gegend, da es viel regnet. Prompt: Es fängt an nass zu werden.  Enge kurvige Strassen, steile Abgründe, viele Storchennester und Pappelhaine -  mit diesen Bäumen zahlt dann der Vater die Hochzeit des Sohnes, bei dessen Geburt sie gepflanzt werden -, hohe, schlanke Minarette, ein modernes Hotel in Corum, ein feines lokales Abendessen.

Wir sind in Asien angekommen. Alle gehen früh ins Zimmer.

Ihre Pierrette Stephan-Letondor

*Frau feiert Geburtstag.