09.06.2008
Auf dem Weg in die Türkei
Der 9. Tag. Schon über 10 Prozent der Reise hinter uns - oder knapp 90 Prozent vor uns! Zeit einer ersten Bilanz.  Ein Haut-Lieu war für mich das Museum von Delphi – extraordinaire -, dann der Besuch des Heiligtums der Pythia. Ich gehöre zu den wenigen Mitreisenden, die in das heiße schwefelartige Wasser des Thermopylbads eintauchten - da, wohin unser Guide uns brachte, ist es eher ein Urlaubs-Geheimtipp!
Um die Meteoraklöster zu besuchen, müssen die Frauen ein/en Kleid/Rock tragen, verkündet unser Guide. Nichts leichter als das…. Wir besichtigen ein Kloster (frühmorgens, wir sind allein), die Devise der Reise ist: Wir müssen nicht alles sehen. Ich versäume es nicht, vom Bus aus das einzige Frauenkloster zu fotografieren.Â
Vibriert hat die ganze Gruppe heute Morgen bei den Ruinen von Filippi, der Cité von Philipp II von Mazedonien, dem Vater von Alexander dem Großen. Hier bildete sich übrigens die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden. Tolle Landschaft, diese fruchtbare mazedonische Ebene, wo auch Reis und Baumwolle wachsen. Die Felder müssen bewässert werden, das erklärt die hohen Preise. Übrigens: Obst und Gemüse werden kaum am Straßenrand verkauft. Schafherden haben wir gar nicht gesehen - erstaunlich in einem Land, das für sein Lammfleisch bekannt ist. Noch was: wir haben auch sehr wenige Griechen gesehen - dafür viel Antikes! Wer ist der heutige Grieche? Das ehemalige Auswandererland ist mittlerweile ein Einwanderungsland.Â
Gestern Abend hörten wir für zum ersten Mal den Muezzin. Hier leben viele Muslime (4 Prozent der gesamten griechischen Bevölkerung sind Muslime), der Versuch der Regierung, hier vermehrt Christen anzusiedeln, klappt nicht so toll. Auf der Straße würden die Kinder kein Griechisch sprechen. Weitere Informationen vom Guide: Keine Atomkraftwerk (im Sommer wird wegen der laufenden Klimaanlagen mehr Strom verbraucht als im Winter - Strom wird aus Öl, Braunkohl, Wasser produziert). Durch Gentechnik veränderte Lebensmittel sind nicht erlaubt, GVO (gentechnisch veränderte Organismen) sind hier ein Thema, Greenpeace ist sehr virulent, publiziert die Namen der Unternehmer, die etwas leger mit dem Gesetz umgehen. Im Meer konnten wir einmal baden, gestern Abend wurden wir am Strande von einem starken Gewitter überrascht: Den Wasserratten wurde bewusst, dass wir die nächsten 9 Wochen keine Küste mehr sehen werden.Â
Die Gruppe hält toll zusammen, sie trennt sich bei den Eintrittskarten in die Alten und Jungen und im Hotel hocken die Internetsüchtigen zusammen. Und wenn keine Verbindung zustande kommt, dann verspannen sich die Gesichter. Souvenirs, Souvenirs: Bis jetzt wurde kaum etwas für die Erinnerung gekauft. Mein coup de foudre für eine sehr weibliche Retsinakaraffe, die ich als Bleistiftbehälter benutzen werde. Ob sie sich freuen wird?Â
Pierrette Stephan-Letondor Â


